Gesundheitsapps

Die richtige App für jeden Bedarf oder Einsatz

Kleine Programme für Smartphones und Tablets – sogenannte Apps – erweitern die Funktionen dieser Geräte. Auch im Bereich Gesundheit gibt es viele kostenlose oder kostenpflichtige Apps, die mehr oder weniger nützliche Dienste leisten, vom Pulsmesser über den Schrittzähler bis hin zur Trinkerinnerung. Einen Überblick über einige Anwendungsgebiete gibt dieser Artikel.

Apps im Bereich Fitness und Gesundheit werden von vielen Menschen genutzt. Die kleinen Helfer können den Alltag erleichtern und vielleicht sogar motivieren, sich mit dem Thema Gesundheit auseinanderzusetzen. Gerade das Smartphone hat hier den Vorteil, dass man es meistens mit sich trägt.

Allerdings können solche Apps auch problematisch sein, da oft sehr viele (sensible Gesundheits-)Daten abgefragt oder preisgegeben werden. Wie eine App mit diesen Daten umgeht, ist oft nicht klar. Grundsätzlich sollte man immer die Frage stellen, wer der Anbieter einer App ist und wie dieser sich finanziert, also beispielsweise über das Einblenden von Werbung und/oder über das Weitergeben oder -verkaufen von Daten. Im Zweifelsfall sollte man ganz persönlich für sich entscheiden, ob man diese App zu den entsprechenden Bedingungen nutzen möchte oder nicht. Wie neugierig Apps sein können, ist im Artikel „Risiken und Nebenwirkungen von Apps“ nachzulesen.

Eine vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Studie wurde im April 2016 vorgestellt: Ein zentrales Ergebnis ist, dass die datenschutzrechtlichen Anforderungen bei Gesundheitsapps häufig nicht eingehalten werden und oft nicht klar ist, wie mit den Daten umgegangen wird.

„Zehntausend Schritte sollst du tun“

Fitness-Apps erfreuen sich bei Jung und Alt großer Beliebtheit. So lässt sich das Telefon mithilfe einer solchen App beispielsweise in einen Schrittzähler verwandeln, der registriert, wie viel seine Besitzerin oder sein Besitzer gelaufen ist. Das soll dazu motivieren, öfter mal statt dem Aufzug die Treppe zu nehmen. Manche Apps protokollieren auch die gelaufenen Strecken – dies kann auch bei der Stadterkundung im Urlaub praktisch sein. Allerdings kostet die ständige Standortbestimmung eine Menge Akku. Und auch das Thema Datenschutz ist heikel – bei vielen Apps ist nicht klar, was mit den gesammelten Daten über die Nutzerin oder der Nutzer passiert.

Gesundheitswissen

Die nächste Notdienst-Apotheke finden, Medikamente zur Abholung reservieren und auch unterwegs mit der eigenen Apotheke zu Hause in Kontakt bleiben – das versprechen Apotheken-Apps. Auch viele Krankenkassen bieten Apps an, die das Wissen rund um Gesundheit steigern sollen. Solche Apps gibt es auch im Bereich Pflege. Hier soll es sowohl Pflegenden als auch Pflegebedürftigen leichter gemacht werden, sich im Thema Pflege zurechtzufinden.

Rund um das Thema Ernährung gibt es ebenfalls viele hilfreiche Apps. So gibt es Anwendungen, mithilfe derer man den Barcode von Lebensmitteln scannen kann und Informationen über diese erhält.

Mehr Wasser trinken

Viele Menschen trinken zu wenig Wasser. Wer zu diesen gehört und oft vergisst, ausreichend zu trinken, kann sich von einer App daran erinnern lassen. Zusätzlich lässt sich bei den meisten Anwendungen auch eintragen, was und wie viel man getrunken hat, um so einen Überblick zu bekommen.

Schlafanalyse per App?

Auch rund ums Schlafen gibt es eine Reihe von Apps. Wer schon immer wissen wollte, wie ruhig oder unruhig sie oder er schläft, kann mit einer Schlaflabor-App den eigenen Schlaf überwachen. Dazu muss das Smartphone samt eingeschaltetem Programm mit ins Bett genommen werden. Während des Schlafs registriert die App dann alle Bewegungen (und teilweise auch Geräusche wie Schnarchen) im Bett und kann daraus folgern, wie leicht oder tief der Schlaf ist. Am Morgen gibt’s dann eine entsprechende Auswertung. Oft sind auch Weckfunktionen möglich, die sich an den Schlafphasen orientieren.

Kalorien zählen leicht gemacht

Wer abnehmen möchte und dafür seine Kalorienbilanz im Blick behalten will, kann das auch auf dem Smartphone tun. In Kalorienzähler-Apps trägt man ein, was man den Tag über gegessen, getrunken und gemacht hat, das Programm errechnet auf Basis dieser Angaben, ob mehr Kalorien aufgenommen oder verbraucht worden sind.

Gehirnjogging am Smartphone

Nicht nur den Körper zu trainieren ist wichtig, auch der Geist braucht Übung. Aus diesem Grund gibt es „Fitness-Apps“ für das Gehirn. Hier finden sich zahlreiche Denk- und Reaktionsspiele oder Kreuzworträtsel als Gedächtnistraining.

Krankenkassen

Die Stiftung Warentest hat eine Übersicht erstellt, in welchen Bereichen es Apps von Krankenkassen gibt.

Viele Krankenkassen haben ebenfalls Apps im Angebot. Manche bieten Hilfe bei Stress und geben Ernährungstipps auch für Nichtmitglieder, andere bieten speziell ihren Mitgliedern per App bestimmte Serviceleistungen an, wie beispielsweise direkt Dokumente zu verschicken oder eine Filiale der Krankenkasse in der Nähe zu finden.

Manche Krankenkassen bieten per App eine Art digitales Bonusheft an; Versicherte können so durch gesundheitsbewusstes Verhalten Punkte sammeln und Prämien erhalten. So denkt beispielsweise die Techniker Krankenkasse darüber nach, die Daten von Fitnessarmbändern in ein freiwilliges Bonusprogramm zu integrieren, wie Spiegel Online berichtet. Die Höhe der Beiträge dürfen gesetzliche Krankenkassen laut Stiftung Warentest nicht vom Verhalten der Versicherten abhängig machen. Bei privaten Versicherungen sieht das anders aus: Hier dürfen die Unternehmen mithilfe der Daten ihrer Kundinnen und Kunden zugeschnittene Preise verlangen.

Arzt- und Kliniksuche

Apps helfen bei der Suche nach dem nächsten passenden Arzt oder der nächsten Klinik und listen diese mit Adressen und Öffnungszeiten auf. Oft gibt es auch die Möglichkeit, sich anhand des eigenen Standorts medizinische Einrichtungen in der Nähe anzeigen zu lassen.

Sehtest

Die Spanne der Möglichkeiten scheint unbegrenzt, was Apps angeht: Auch Sehtests lassen sich nun per App durchführen. Beispielsweise kann hier getestet werden, wie gut es grundsätzlich um die Sehkraft bestellt ist, ob eine Farbenblindheit vorliegt und ob es Anzeichen auf eine Augenkrankheit gibt. Selbstverständlich kann ein solcher Test per App einen Augenarzt- oder Optikerbesuch keinesfalls ersetzen.

Allergien

Spezielle Apps für Allergiker geben Aufschluss zu Daten und Ausmaß von Pollenflug oder Sonnenbelastung. Auch im Bereich Ernährung gibt es entsprechende Programme: So können Menschen, die beispielsweise auf Gluten verzichten müssen oder wollen, mithilfe kleiner Anwendungen den Barcode auf Produkten scannen oder der Produktcode eingeben und bekommen direkt eine Info, ob Gluten enthalten ist oder nicht.

Medikamenten-Wecker

Viele Medikamente muss man regelmäßig einnehmen, damit sie auch zuverlässig wirken. Doch im Alltag gerät die Tabletteneinnahme schnell auch mal in Vergessenheit. Damit das nicht mehr passiert, kann man sich per App an die Einnahme seiner Medikamente erinnern lassen. Zunächst wird eingetragen, wann welche Tablette genommen werden muss, die App sendet dann zum entsprechenden Zeitpunkt eine Erinnerung aufs Smartphone.

Der Weg zur nächsten Sanitäranlage

Ob im Urlaub oder zu Hause – wer eine Toilette sucht, kann das Smartphone um Rat fragen. Oder besser gesagt, die entsprechende App. WC-Finder oder Toiletten-Finder-Apps lotsen zum Ziel. Manchmal gibt’s sogar schon weitere Infos beispielsweise zu Barrierefreiheit oder Kosten zum ausgewählten Ziel. Auch Bilder und Nutzerbewertungen zum stillen Örtchen sind bei manchen Apps zu finden.

Notruf

Um einen Notruf abzusetzen, kann man ebenfalls Apps nutzen. Hier gibt es Anwendungen, die einen privaten Kontakt hinterlegen, zu dem im Notfall Kontakt aufgenommen wird – diesem werden dann auch die Positionsdaten des Handys, die über GPS erfasst werden, zugesandt. In anderen Apps werden die verschiedensten Notfallrufnummern (zum Teil auch für andere Länder) gebündelt dargestellt.

Blick in die Zukunft

Geforscht wird aktuell auch an kleinen Pflastern, die auf der Haut zu tragen sind und Elektronik enthalten, die beispielsweise Herzschlag und UV-Strahlung messen. Auch der Sauerstoffgehalt im Blut kann darüber bestimmt werden. Diese kleinen Geräte brauchen keine Batterie – sie laden sich per Funk über ein Mobiltelefon oder Tablet in der Nähe auf. Heise online berichtet über diese Entwicklung.

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 1. Oktober 2016

Lizenz: Artikel-Foto: Colourbox.de

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