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Mediatheken – Mehr als ein TV-Sender

Selbst bestimmen, wann die Nachrichten laufen, entscheiden, welche Dokumentation als Nächstes kommt und einfach mal kurz Pause drücken – hört sich an wie eine Fiktion! Aber Mediatheken bieten genau das: Man kann selbst bestimmen, was wann auf dem Bildschirm läuft. Grundsätzlich sind Mediatheken eine Art Onlinebibliothek. Nur dass hier keine Bücher im Regal stehen, sondern Filme, Magazine und Serien online angeschaut werden können. In diesem Beitrag vom Smart Surfer, werden Ihnen Mediatheken näher gebracht.

Der Unterschied zu Videoportalen ist einerseits, dass Mediatheken von der Redaktion etwa eines Senders betreut, gepflegt und auf dem neuesten Stand gehalten werden. Andererseits ist es Nutzer*innen von Mediatheken nicht gestattet, eigene Videos hochzuladen. Betrachter*innen bleiben also Betrachter*innen und können selbst keine aktive Rolle einnehmen.

Die meisten öffentlich-rechtlichen Fernsehsender haben eine Mediathek. Auch die privaten Rundfunkanstalten stellen Teile ihres Programms online zur Verfügung. Einige Privatsender bieten sogar Hollywoodfilme und Serien zum Anschauen im Netz an. Das Kernprinzip ist aber immer gleich: Die Nutzer*innen entscheiden selbst, welche Sendung sie wann und wo sehen möchten.

Neben dem Abrufen von Inhalten aus Mediatheken gibt es die Möglichkeit, TV- und Radioprogramme live über das Internet zu empfangen. Fernsehen über das Internet wird als „TV-Livestream“ bezeichnet. Dabei wird in Echtzeit das Programm einer TV-Station im Internet übertragen. Nahezu alle TV- und Radiosender bieten mittlerweile Livestreams an, die auf den verschiedensten Endgeräten, wie Laptops und Stand-PCs, aber auch auf Smartphones und Tablets, überall dort empfangen werden können, wo man mit dem Internet verbunden ist.

Moderne Medienunternehmen: viel mehr als TV-Sender

Dass Nutzer*innen selbst entscheiden können, wann sie einen Beitrag sehen möchten, ist nichts weniger als eine Revolution im TV-Geschäft. Der Auslöser hierfür waren neue, onlinebasierte Verbreitungswege. Durch das Internet und smarte Endgeräte, wie Smart-TVs, Smartphone und Tablets, hat sich die Anzahl der Wege, über die eine Produktion zu Zuschauer*innen kommt, vervielfacht. Früher hatte man die Wahl zwischen Kabel-, Satelliten- und Antennenempfang. Das Ergebnis war aber meist das Gleiche: ein vorgegebenes, lineares TVProgramm. Schaltete man um 20 Uhr die ARD ein, dann kam die Tagesschau. Heute können Zuschauer*innen immer noch um 20 Uhr die Tagesschau sehen. Sie können aber einerseits entscheiden, auf welchem Gerät sie das tun, also zum Beispiel auf einem Smartphone als TV-Livestream, und andererseits, wann – wenn sie erst um 20:34 Uhr Zeit haben, entscheiden sie sich zum Beispiel einfach für einen Abruf der Sendung in der ARD Mediathek. Die Zuschauer*innen bestimmen so ihr TV-Programm ein Stück weit selbst.

Für TV-Sender stellt diese Veränderung eine große Herausforderung dar. Neben dem traditionellen Fernsehprogramm, zum Beispiel über Kabel und Satellit, gibt es unzählige TV-Livestreams im Internet. So kann das Programm über die eigene Website des Senders, eine eigene App oder über einen anderen Anbieter wie MagentaTV der Telekom, GigaTV von Vodafone oder einen TV-Streaming-Anbieter wie waipu.tv oder Zattoo verbreitet werden.

Zugleich werden Produktionen in der eigenen Mediathek oder auch in Mediatheken von Sendergruppen zum individuellen Abruf bereitgestellt. Beispiele sind Joyn, die Mediathek von ProSiebenSat.1 Media und Discovery, oder die ARD Mediathek für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten der Länder. Eine wichtige Rolle spielt hier mittlerweile das Endgerät, mit dem die Sendung angeschaut wird. Neben dem Abruf über den Browser am Computer ist es möglich, die Sendung mit dem Smartphone, dem Tablet oder dem Smart-TV über eine separate App abzurufen. Daneben kann auch ein Streamingadapter, wie der FireTV-Stick von Amazon, Google Chromecast oder Apple TV, genutzt werden.

Zudem pflegen viele Sendungen noch YouTube-Kanäle, wie zum Beispiel die „heute-show“ des ZDF, und stellen Beiträge sowie Videos auf Facebook, Instagram oder TikTok ein.

Diese Veränderungen bergen bei aller Wahlfreiheit auch Herausforderungen für Zuschauer*innen. So sind die Möglichkeiten, wie und wann Videobeiträge geschaut werden und welches Gerät dabei zum Einsatz kommt, vielfältig und nicht immer einfach zu überblicken.

So lassen sich Mediatheken nutzen

Die Funktion hinter den Mediatheken im Internet nennt sich „Videoon-Demand“, zu Deutsch „Video auf Abruf“. Ähnlich wie früher in einer Videothek halten Internetanbieter bestimmte Filme zum Abruf, beispielsweise am Laptop, Smartphone oder Tablet, bereit. Mit zwei großen Unterschieden: Im Internet kann der Film nicht verliehen werden und in den meisten Fällen ist die Nutzung der Mediatheken kostenlos. Beim Anschauen von Videos über das Internet werden sehr viele Daten übertragen, deswegen ist eine schnelle Internetleitung wichtig (ab 16 MBit Bandbreite pro Sekunde im Download oder schneller). Moderne Mediatheken passen sich oft dem Datendurchsatz der Internetverbindung an, wenn ein Video abgerufen wird. Ist die Datengeschwindigkeit langsam, wird das Video in seiner Qualität reduziert oder pausiert.

Die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender machen unterschiedliche Angaben zur nötigen Geschwindigkeit der Internetverbindung. Um hochaufgelöste Videos im Internet flüssig abzuspielen, ist in jedem Fall eine Übertragungsrate von mindestens 16 MBit/s notwendig. Die meisten DSL- oder Glasfaseranschlüsse erreichen heute eine wesentlich höhere Geschwindigkeit. In einigen ländlichen Regionen sind teilweise jedoch nur langsamere Verbindungen verfügbar.

Tipp: Praktisch ist auch die Offlinefunktion, bei der Inhalte am besten über ein WLAN auf das Gerät heruntergeladen und später ohne Internetnutzung betrachtet werden können. Gerade bei Mobilfunkverträgen mit begrenztem Datenvolumen lässt sich so sehr viel Datenvolumen einsparen, da gerade Videoinhalte besonders datenintensiv sind.

Neben einer schnellen Internetverbindung sind aber noch andere Voraussetzungen zu erfüllen, um in den Genuss von Onlinevideos zu kommen. Eine wichtige Rolle spielt die Art, wie man ein Video aus einer Mediathek abruft. Grundsätzlich kann hier zwischen dem Abruf über den Browser oder eine spezielle App unterschieden werden. Der Aufruf einer Mediathek über einen Browser, wie Google Chrome oder Mozilla Firefox, erfolgt über die Eingabe der Webadresse ins Adressfeld.

Sobald die Mediathek im Browser geladen ist, können Videos angeschaut und gegebenenfalls Zusatzfunktionen genutzt werden.

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 29. November 2022