Fakt oder Fake?

Wie Sie Fake News im Netz erkennen

Ältere Frau hält ein Schild hoch auf dem steht: Fake News

Wer sich im Internet informiert, in sozialen Netzwerken wie Facebook unterwegs ist oder Videos bei YouTube anschaut, begegnet ihnen früher oder später: den Fake News. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff? Woher kommen Fake News und vor allem: Wie kann man sie erkennen und sich vor den Lügen im Netz schützen?

Fake News sind im Internet oft nur einen Klick entfernt. Sie sind reißerisch, schockierend und ringen um unsere Aufmerksamkeit. Mal verkünden sie vermeintlich einfache Lösungen: Um sich vor Corona zu schützen, könne man beispielsweise Desinfektionsmittel trinken, was nicht nur falsch ist, sondern auch gefährlich. Mal werden sie im Wahlkampf gestreut, um politische Gegner zu diskreditieren. So kursierte im US-amerikanischen Wahlkampf 2016 die Falschnachricht, dass Hillary Clinton einen Kinderpornoring geführt habe, getarnt als Pizzeria. Hier sprach man von der „Pizzagate-Verschwörung“.

Fake News sind gezielte Desinformationen

Eine einheitliche Definition von Fake News zu finden, ist gar nicht so einfach. Klar ist, dass die reine Übersetzung mit „Falschnachrichten“ zu kurz greift. Denn Fake News zeichnen zwar ein unwahres Bild der Wirklichkeit, doch das bedeutet nicht, dass sie auch zwangsläufig falsch sein müssen. Sie können auch irreführend sein, indem sie beispielsweise Informationen aus dem Kontext reißen. Die Stiftung Neue Verantwortung fasst Fake News daher als „[…] gezielt verbreitete falsche oder irreführende Informationen, die jemandem (Person, Gruppe oder Organisation) Schaden zufügen sollen“, zusammen. Zentral ist hier also die bewusste Absicht, einen Sachverhalt falsch oder irreführend darzustellen.

Fake News und Digitalisierung wirken zusammen

Desinformation ist kein neues Phänomen, auch wenn die Diskussionen um Fake News und das „postfaktische Zeitalter“ den Eindruck vermitteln können. Schon immer war die Lüge eine Form der Propaganda, um Chaos anzurichten, Verunsicherung zu säen und den politischen Gegner zu schwächen.
Man sieht eine Computertastatur auf der Fake News steht.Aufgrund der neuen Medien ist es nun jedoch leichter geworden, Desinformationen schnell zu verbreiten. Denn dank der sozialen Medien kann heute prinzipiell jede und jeder zum Sender werden. Wurden Nachrichten zuvor ausschließlich über die klassischen Medien wie Zeitung, Fernsehen und Radio verbreitet und so durch Journalistinnen und Journalisten aufbereitet, eingeordnet und auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft, fehlt diese sogenannte „Gatekeeper“-Funktion auf den digitalen Kommunikationsplattformen. Ungeprüfte Informationen können sich daher rasant im Netz verbreiten. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Algorithmen der sozialen Medien, die Informationen automatisiert filtern und individualisiert entscheiden, was uns auf Facebook und Co. angezeigt wird. Und das sind meist die Nachrichten, die durch reißerische Schlagzeilen mehr Klicks erzeugen. Fake News und Verschwörungsmythen haben hier also besonders leichtes Spiel.

Ein Algorithmus ist ein Computerprogramm, das wie eine Art automatisierte Redaktion entscheidet, welche Informationen und Nachrichten Nutzerinnen und Nutzer bei Suchanfragen oder in sozialen Netzwerken erhalten.

Medienkompetenz ist das A und O

Fake News sind gefährlich. Doch wer die Gefahren des digitalen Zeitalters kennt, kann ihnen auch aktiv entgegentreten. Das bedeutet zum einen, dass der Qualitätsjournalismus ein wichtiges Korrektiv ist, um Informationen zu überprüfen und einzuordnen. Zum anderen ist aber auch jede und jeder Einzelne gefragt, ein entsprechendes Radar für Täuschungen zu entwickeln – und das ist mit diesen Tipps leichter, als viele denken.

So erkennen Sie Fake News in vier Schritten:

1. Quelle: Überprüfen Sie, wer hinter dem Nachrichteninhalt steckt! Wer ist die Verfasserin oder der Verfasser? Gibt es ein Impressum?

2. Fakten: Hinterfragen Sie die Nachricht! Stimmt das, was behauptet wird? Überprüfen Sie die Fakten auf unabhängigen Seiten. Bei wichtigen Informationen sollte man grundsätzlich eine zweite vertrauenswürdige Quelle aufsuchen und überprüfen, ob die Informationen übereinstimmen. Vorsicht vor allzu reißerischen Titeln, die auf die Erzeugung bestimmter Emotionen aus sind. Prüfen Sie auch immer, ob das Gesagte nicht aus dem Kontext gerissen wurde.

3. Bilder: Gehört das Bild wirklich zum Text? Wo, wann und von wem wurde das textbegleitende Bild aufgenommen? Nutzen Sie die Rückwärts-Bildersuche, um herauszufinden, ob das Bild auch in anderen Kontexten verwendet wurde.

4. Aktualität: Aus welcher Zeit stammen die Informationen? In Suchmaschinen können Sie nach aktuellen Informationen zu diesem Thema suchen.

Quelle: www.klicksafe.de/themen/problematische-inhalte/fake-news/

Weiterführende Literatur zum Thema finden Sie im Publikationsangebot der Landeszentrale für politische Bildung unter: www.politische-bildung.rlp.de/publikationen

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 5. Mai 2021