Schnell geknipst: Digitales fotografieren

Analog versus Digital: Vor- und Nachteile der Technisierung

Eine analoge Spiegelreflexkamera liegt einer digitalen gegenüber.

Früher wurde für den Urlaub neben Urlaubsort, Hotel, Anreise und Gepäck auch bewusst der Einsatz des Fotoapparates geplant. Wie viele Bilder will man machen, welche Filme nimmt man mit und was genau soll eigentlich abgelichtet werden? Im Hinterkopf behielt man immer die Kosten für diesen Spaß. Filmkauf, Bildentwicklung und Fotoalbum – all diese Komponenten wurden dabei bedacht. Schließlich sollte die Erinnerung an das Erlebnis auch bestmöglich präsentiert werden. Die Profis setzten dazu auch neben dem Normalfilm noch auf Diafilme, um im Freundeskreis das Erlebte stilvoller präsentieren zu können. Heute ist das alles anders! Aber welche Vorteile bringt die digitale Fotografie eigentlich genau mit sich?

Der folgende Text kann nicht die Frage beantworten, ob für die Fotografie analog oder digital besser ist. Die Informationen dienen dazu, Entscheidungshilfen zu geben für die Anschaffung einer Kamera oder je nach eigenem Ziel, ein System zu erwerben und zu nutzen, das zum geplanten Einsatzzweck passt. Gerade bei geringen Vorkenntnissen oder nur seltenem Einsatz bietet die digitale Fotografie aber einige Vorteile.

Die Vorteile

1. Kosten

Die Anschaffungskosten sind für digitale Systeme höchst unterschiedlich, je nach Anforderung an den Einsatz, die Qualität und Handhabung. Gegenüber analogen Kameras besteht der Kostenvorteil vor allem aber darin, dass man keine Folgekosten durch Filmkäufe hat und die Bildentwicklung bei reiner Betrachtung am Computer oder Nutzung von Online-Alben entfällt.

2. Handhabung

Jemand hält mehrere Filmdosen in der Hand.Den größten Vorteil digitaler Kameras bietet der LCD-Bildschirm, der sowohl eine mögliche Vorschau des Bildmotivs bieten kann, als auch die Betrachtung nach dem Fotografieren ermöglicht und als Entscheidungsgrundlage für das erneute Knipsen und Löschen dient. Ein weiterer Vorteil bietet die Speicherkarte, die meist bis zu 1.000 Bilder und mehr abspeichern kann. Man muss keine Ersatzfilme mitnehmen, keine Filme wechseln und kann alle Bilder auch einfach auf andere Systeme (Computer) übertragen und auch die Kamera direkt an Monitore, Fernseher und Beamer anschließen, um die Fotos zu betrachten.

3. Bildbetrachtung und Nutzungsmöglichkeiten

Vor allem der Spaßfaktor steigt mit zunehmendem Wissen über die Möglichkeiten, die ein digitales Foto bietet. Die Bildbearbeitung beschränkt sich nicht auf Zuschneiden, Schärfen und Kontraste erhöhen, sondern bringt tolle Ergebnisse und Abwechslung in die Fotos. Es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen. Ebenso können recht schnell ganze Fotoalben erstellt werden.

Die Nachteile

1. Energieversorgung

Gegenüber analogen Systemen mit motorischem oder gar noch manuellem Filmtransport brauchen digitale Apparate viel mehr Energie. Gerade der Monitor und der Sensor einer Kamera sind energiehungrig. Für einen Knipsmarathon sollte man also immer für Ersatzakkus/Ersatzbatterien sorgen. Leider hat jeder Hersteller hier seine eigenen Baupläne und man muss oft recht teuer für einen Zweitakku zahlen. Es empfiehlt sich deshalb, dies beim Kauf eines neuen Kamerasystems auch mit zu bedenken.

2. Technikwissen

Geknipst hat man die Fotos zwar immer recht schnell, aber das Aussortieren, Übertragen auf den Computer, Abspeichern, Sichern und die nachträgliche Bearbeitung/Verbesserung sind oft große Herausforderungen. Ein gutes Technikverständnis und Verstehen von Daten und deren Verarbeitung sind also Voraussetzung zur Nutzung der digitalen Fotokameras.

Viele verschiedene Fotoabzüge sind zu sehen.3. Archivierung

Gerne wird bei den schnellgemachten und liebgewonnenen Erinnerungsfotos vergessen, dass digitale Daten bei falscher Speicherung nicht sehr lange haltbar sind. Filme halten bei richtiger Lagerung (dunkel und Zimmertemperatur) nahezu ewig. Farbfotos selbst verblassen zwar, halten aber auch sehr lange. Fotos auf CDs und Festplatten haben nur begrenzte Haltbarkeit; man geht in etwa von nur 10 Jahren aus. Speicherkarten schützen die Daten durch ihre Bauweise besser und können bei guter Lagerung auch Fotos lange abrufbar halten. Insgesamt ist es aber wichtig, alte Datenbestände regelmäßig auf neue Datenträger zu archivieren und gegebenenfalls auch an neue Software und Hardware (Zugriffsmöglichkeiten) anzupassen. Denn heute kann man kaum noch Disketten aus den 1990er Jahren auslesen; die alten Lochkarten schon gar nicht mehr, außer im Museum. Der Technikwandel muss also immer mit bedacht werden und erfordert ein aktives Eingreifen bei der Sicherung der Fotos.

Insgesamt überwiegen die Vorteile jedoch, da man die Nachteile durch sein eigenes Wissen schnell ausgleichen kann. Zumal die Möglichkeiten der technischen Nutzbarkeit auch immer einfacher werden und der Zugang zu neuer Technik auch nicht teurer, sondern oftmals billiger wird.

Wichtig ist beim Kauf einer Digitalkamera noch zu wissen, was sich hinter dem Begriff „Qualität“ verbergen kann und welche Komponenten bei einer Kamera die wichtigste Rolle spielen. Dazu gibt der Artikel „Mehr Megapixel gleich mehr Qualität?“ Auskunft.

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 8. März 2018

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