Navigation in der Stadt

Von A nach B ohne Google Maps

Jemand hält einen Globus fest.

In Sachen Navigation ist der Kartendienst Google Maps sehr bekannt, unter anderem, weil er auf vielen Smartphones bereits vorinstalliert ist. Fußgänger, Autofahrer und Fahrradfahrer lotst er zum Zielort – und das abgesehen von den Kosten für die Internetverbindung sogar gratis. Aber es gibt auch Alternativen, die nicht zum Internetkonzern Google gehören. Ein paar davon stellt dieser Artikel vor.

Seit über 10 Jahren gibt es das internationale Projekt „OpenStreetMap“. Die Idee dahinter: eine freie Weltkarte zu erstellen. Frei bedeutet, dass jede Nutzerin und jeder Nutzer das Kartenmaterial ohne Lizenzkosten zu bezahlen einsetzen sowie sie weiter bearbeiten und auch an andere weitergeben darf. Zum Vergleich: Google stellt seine Karten zwar auch kostenlos zur Verfügung, aber eine Weiterverwendung oder Weitergabe ist meist nicht erlaubt. OpenStreetMap ist möglich durch die Arbeit vieler Freiwilliger, zum Teil werden auch Spenden gesammelt. Weitere Informationen und Zugang zur Karte gibt es unter www.openstreetmap.de.

Das Kartenmaterial von OpenStreetMap dient anderen Anbietern als Grundlage, beispielsweise für Navigationsapps. GPS Navigation (iOS) bzw. GPS Navigation & Maps – Scout (Android) ist der Name einer solchen App, die zuvor unter dem Namen Skobbler bekannt war. Auf Smartphones installiert navigiert sie ihre Besitzerin oder ihren Besitzer zum gewünschten Ort, entweder mit Internetverbindung oder wahlweise auch ohne. Für die Betriebssysteme Android und iOS ist die App verfügbar. Grundfunktionen sind kostenlos, es können kostenpflichtige Komponenten per In-App-Kauf hinzugefügt werden. Auch im Browser lässt sich der Kartendienst nutzen: http://maps.skobbler.de/

Der Vorteil von Navigationssystemen auf einem Smartphone ist, dass der eigene Standort aktuell bestimmt und eine Route von Standort zum Ziel berechnet werden kann. Wie bei Navigationsgeräten im Auto wird das Gerät per Satellit geortet. Am Smartphone muss dafür die Funktion GPS eingeschaltet werden.

Eine weitere Alternative zu Google Maps ist der Kartendienst HERE. Vormals ein Teil des Unternehmens Nokia ist er Ende 2015 von Audi, BMW und Daimler gekauft worden. Den Dienst kann man im Browser benutzen, alternativ kann er unter dem Namen HERE WeGO als App für die Betriebssysteme Android und iOS heruntergeladen und als Navigationsdienst für unterwegs genutzt werden.

Das Smartphone als Navi zu nutzen, kann hilfreich sein. Doch Vorsicht: Das Smartphone während der Fahrt in die Hand zu nehmen, ist verboten. Die Route sollte also stets vor der Fahrt eingegeben werden.

Auch die App GPS Navigation Sygic bietet einen ähnlichen Funktionsumfang als Navigationsgerät, genutzt werden dabei Karten des Herstellers TomTom. Länderkarten können dabei einzeln heruntergeladen werden. Die Premium-Version ist kostenpflichtig.

Auch das Smartphone-Betriebssystem von Apple hat einen eigenen Kartendienst namens Apple Maps. Seit der Veröffentlichung im Jahr 2012, bei der es viel Kritik gab, arbeitet das Unternehmen ständig an der Verbesserung des Diensts. Mittlerweile sind neue Funktionen hinzugekommen: Echtzeit-Verkehrsinformationen geben eine Prognose über die voraussichtliche Reisezeit; auch Bus- und Bahn-Verbindungen lassen sich herausfinden.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Offline- und Onlinekarten. Während Offlinekarten einmalig auf das Gerät heruntergeladen und dort zur späteren Nutzung gespeichert sind, werden die benötigten Onlinekarten erst dann abgefragt, wenn sie benötigt werden, das sorgt für möglichst aktuelles Kartenmaterial und spart Speicherplatz auf dem Gerät. Dies geschieht unterwegs also über die bestehende mobile Internetverbindung des Smartphones. Wer eine Flatrate nutzt, dem entstehen zwar keine zusätzlichen Kosten, aber das Inklusivdatenvolumen kann schnell aufgebraucht sein. Offline-Karten kann man vor der Reise über WLAN zu Hause herunterladen. Hier spielt die Menge der übertragenen Daten keine Rolle – jedoch wie viel Speicherplatz das Smartphone hat.

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 2. Dezember 2016

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