Reisebuchung per Internet

Onlineangebote – was gilt es zu beachten?

Landkarte mit roten Stecknadeln an verschiedenen Orten.

Immer mehr Reisen und einzelne Reiseleistungen werden im Internet gebucht. Verbraucherinnen und Verbraucher können aus einer unüberschaubar erscheinenden Zahl von Anbietern wählen: Online-Reisebüros, Preissuchmaschinen, Reiseveranstalter, Hotels und Fluggesellschaften konkurrieren um Kundschaft. Dieser Artikel erläutert, welche Möglichkeiten und Fallstricke es bei der Reisebuchung im Internet gibt.

Vor- und Nachteile der Online-Buchung

Das Buchen im Internet ist praktisch und bietet gegenüber dem Reisebüro vor Ort einige Vorteile: Anders als im Reisebüro können sich Verbraucherinnen und Verbraucher selbstständig auf die Suche nach der Wunschreise machen und erhalten einen vollständigen Überblick über die verfügbaren Reiseangebote. Die Online-Portale haben vierundzwanzig Stunden am Tag geöffnet. Damit wird es einfach, nicht nur Reisen auszusuchen, sondern auch die Preisentwicklung über einen gewissen Zeitraum hinweg zu verfolgen. Möglicherweise werden bestimmte Angebote mit Herannahen des Reisetermins günstiger – oder auch teurer. Wer online bucht, muss auf persönliche Beratung nicht verzichten. Die Anbieter im Netz bieten in aller Regel telefonische Unterstützung bei der Reisesuche oder bei technischen Fragen während der Bestellung.

Es gibt aber auch Nachteile: Den langjährigen Kontakt mit einer Reiseberaterin oder einem Reiseberater, die oder der die persönlichen Interessen und Vorlieben kennt, kann ein anonymes Callcenter nicht ersetzen. Zudem besteht die Gefahr, dass man bei der Fülle der Angebote im Internet den Überblick verliert. Komplizierte Buchungen, zum Beispiel in Verbindung mit Gabelflügen und Zwischenstopps, können oft nicht direkt über das Buchungssystem eingegeben werden. Dann ist ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter des Online-Angebots unumgänglich. Bei Problemen während einer Pauschalreise, zum Beispiel bei ausgefallenen Flügen oder Lärm im Hotel, muss der Reiseveranstalter für Abhilfe sorgen. Das Reisebüro selbst ist für die meisten Beschwerden nicht der richtige Ansprechpartner. Sowohl das Online-Reisebüro als auch der Reisevermittler vor Ort sind vor allem dafür verantwortlich, dass die Reiseleistungen wie gewünscht gebucht werden.

Der Weg zur Wunschreise

Reiseleistungen sind im Internet nicht zwangsläufig günstiger zu haben als im Reisebüro vor Ort. An beiden Stellen, davon ist auszugehen, werden die gleichen Reisen oder Einzelleistungen des jeweiligen Veranstalterprogramms angeboten. Daneben verfügen aber größere Reisebüros, gerade auch im Internet, über besondere Kontingente, die oft über Sonderangebotsaktionen vertrieben werden. Das Internet erleichtert die Suche nach dem Angebot, das nicht nur preiswert ist, sondern auch den eigenen Wünschen bei Reisezeit und den Leistungen am besten entspricht. Der Weg zur Buchung kann über unterschiedliche Arten von Online-Portalen erfolgen: über Online-Reisebüros, über Preisvergleichsportale oder den direkten Vertrieb von Leistungen durch die Reiseveranstalter oder Fluggesellschaften. Über Gastfreundschaftsnetzwerke werden private Unterkünfte vermittelt.

Online-Reisebüros

Die Reisebüros im Internet unterscheiden sich wenig von ihren Pendants in den Städten. Hier kann man einzelne Leistungen oder Pauschalreisen buchen. Die Anbieter unterscheiden sich in der verfügbaren Auswahl. Oft kann man sich Pakete selbst zusammenstellen und Zusatzleistungen wie Mietwagen oder Versicherungen dazubuchen.

Preisvergleichsportale

Bei Preisvergleichsportalen, auch Preissuchmaschinen genannt, lassen sich jedoch die Preise verschiedener Reise-Anbieter vergleichen. Die Suche nach einem passenden und günstigen Angebot wird dadurch vereinfacht, da damit mehrere Seiten auf einem Mal abgefragt werden können. Aus dem Preisvergleichsportal gelangt man durch einfachen Mausklick direkt zur Buchungsseite eines Reiseveranstalters. Die Portalanbieter treten also als reine Vermittler auf. Ob die Übersichtsdienste alle tatsächlich verfügbaren Angebote anzeigen, können Außenstehende nicht mit Sicherheit feststellen. Die Betreiber von Preisvergleichsportalen wählen die abgebildeten Anbieter selbst aus. Wer einen möglichst umfassenden Marktüberblick erhalten möchte, kann die Ergebnisse aus mehreren Preissuchmaschinen untereinander vergleichen. Die Anbieter solcher Portale finanzieren sich zumeist über Werbung und Provisionen, also über eine finanzielle Beteiligung an den Buchungen, die über das Portal zustande kommen. Einnahmen entstehen aber auch aus Service-Pauschalen, die bei jeder Buchung anfallen. Sie werden dem Preis der bestellten Leistung hinzugerechnet, und im Vorfeld wird teilweise wenig deutlich auf die spätere Berechnung hingewiesen. Vereinzelt findet sich erst am Ende eines Bestellvorganges ein wenig auffälliger Hinweis. Hier ist also gerade bei Preisvergleichsdiensten besondere Vorsicht geboten.

Direktvertrieb

Teilweise bieten Reiseunternehmen, Fluglinien oder Hotels in ihren Internetauftritten die Möglichkeit, ihre Leistungen ohne Zwischenhändler – also direkt – zu buchen. Ein Vorteil liegt darin, dass dabei Aufschläge wie Service-Pauschalen entfallen können. Regelmäßig sind dort günstige Aktionsangebote oder auch Restplätze zu finden. Oft können außerdem besondere Vergünstigungen aus Gutscheinaktionen oder Bonusprogrammen wahrgenommen werden. Die Angebote auf diesen Seiten sind jedoch nicht grundsätzlich günstiger als an anderer Stelle. Hier muss die Kundin oder der Kunde selbst aktiv werden und vergleichen.

Gastfreundschaftsnetzwerke

In Zeiten sozialer Netzwerke und Auktionsplattformen für jedermann haben privat vermittelte Unterkünfte über einschlägige Internetportale in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Idee ist einfach: Privatpersonen vermieten die von ihnen bewohnten Räumlichkeiten. Auf diese Weise kommen Wohngemeinschaften auf kurze Zeit zustande. Die Nutzer der Netzwerke sind über den gesamten Globus verteilt. Ein wesentlicher Vorteil liegt in den geringen Entgelten, die die Mitglieder von Gastfreundschaftsnetzwerken untereinander verlangen. Der Portalanbieter verlangt ebenfalls meist nur ein geringes Vermittlungsentgelt pro Buchung oder einen erschwinglichen Mitgliedsbeitrag. Gastfreundschaftsnetzwerke stehen jedoch in der Kritik. Der Besuch bei einem unbekannten und nicht professionell arbeitenden Gastgeber ist grundsätzlich mit Risiken verbunden. Informationen über seine Redlichkeit können, wenn überhaupt, nur aus den im Portal hinterlegten Bewertungen entnommen werden. Bei Problemen mit dem Gastgeber gestaltet sich die Durchsetzung von Rechten schwierig. Im Einzelfall ist zu klären, welchem Recht der geschlossene Mietvertrag unterliegt. Generell sind Mitglieder in Gastfreundschaftsnetzwerken weit weniger geschützt als Reisende, deren Buchung bei einem gewerblichen Anbieter dem deutschen Recht unterliegt. Deswegen sind Gastfreundschaftsnetzwerke derzeit vor allem etwas für Abenteurer.

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 1. März 2015