Datenspuren im Internet

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EIn Männchen sammelt die Daten eines anderen auf.

Jedes Mal, wenn eine Internetseite aufgerufen wird, erzeugt dies eine Datenspur, ob man etwas sucht, sich ein Video ansieht oder einen Blog liest. Zwar ist daraus nicht direkt erkennbar, welche Person dahinter steht, das kann sich jedoch ändern. Im Internet gibt es eine Reihe von Mechanismen, um das Surfverhalten der Nutzerinnen und Nutzer zu erfassen. Das löst bei vielen Menschen Besorgnis aus, dabei ist der Wunsch nach Anonymität nichts Unanständiges. Auch im Alltag ist man oft anonym, warum also nicht auch im Internet?

IP-Adresse

Die Internetprotokoll-Adresse, kurz IP-Adresse, wird bei jedem Klick mitgeschickt und verrät einiges über die Nutzerin oder den Nutzer. Oft lässt sie sich ziemlich genau dem Wohnort zuordnen oder jedenfalls der Region, aus der man kommt. In Verbindung mit den Angaben, die der Browser mitschickt, ist erkennbar, woher die Nutzerin oder der Nutzer kommt.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Ihnen in der Regel deutsche Werbung präsentiert wird und keine Anzeigen auf Französisch oder Spanisch? Oder warum bei einer Suchanfrage häufig Unternehmen aus der Region zu finden sind? In der IP-Adresse liegt die Antwort! Auf der Seite utrace.de können Sie Ihre IP-Adresse lokalisieren lassen (Geolokalisierung).

IP-Adressen werden benötigt, um die Datenpakete im Internet zuzustellen. Sie lassen grundsätzlich Rückschlüsse auf die Person zu. Dies deshalb, weil nicht nur der jeweilige Internet-Anbieter (Provider) in der Lage ist, die IP-Adresse einer Nutzerin oder einem Nutzer zuzuordnen, sondern auch jeder Anbieter einer Website, auf der sich die Nutzerin oder der Nutzer registriert, anmeldet oder Name und Adresse hinterlässt.

Cookies

Bestellt man hin und wieder bei einem großen Onlineshop, kann es vorkommen, dass man sofort beim Aufrufen der Seite mit seinem Namen begrüßt wird. Das funktioniert über sogenannte Cookies. Diese speichern Informationen im Zusammenhang mit der jeweiligen Internetseite. Dass Cookies auf dem eigenen Rechner vorhanden sind, merkt man beispielsweise daran, dass man beim Ausfüllen von Online-Bestellformularen Daten vorgeschlagen bekommt, die man früher einmal eingegeben hat. Cookies dienen also dazu, Benutzerprofile anzulegen und zu verfolgen, wie sich die Nutzerin oder der Nutzer auf der Internetseite bewegt, wie lange sie oder er bleibt und sich was näher anschaut. Häufig werden Cookies dabei nicht allein von der konkret aufgerufenen Website gesetzt, sondern über dort eingebundene Werbung auch von Werbevermarktern wie z. B. Doubleclick. Beim Besuch einer weiteren Seite, die Werbung des Vermarkters enthält, kann über diese „Drittanbieter-Cookies“ erkannt werden, auf welchen Seiten die Nutzerin oder der Nutzer zuvor war. Wenn man die Cookies zusammennimmt, ergibt sich ein recht gutes Bild über die Interessen der Nutzerin oder des Nutzers.

Browserchronik

Ähnlich ist es mit der Chronik bzw. der Verlaufsanzeige des Browsers. Wer darauf geachtet hat, dem ist möglicherweise aufgefallen, dass auf Websites benutzte Links die Farbe wechseln können, und dass dies so geblieben ist, wenn die Website nach einiger Zeit erneut besucht wird. Die Information, was die Nutzerin oder der Nutzer sich bei seinem letzten Besuch angesehen hat, wurde offenkundig gespeichert, konkret: in der Browserchronik. Diese Information kann aber von allen Seiten, die besucht werden, ausgewertet werden. Je länger eine Browserchronik zurückreicht, desto mehr verrät sie über die Nutzungsgewohnheiten der Surfer. Aus diesem Grund sollte sie hin und wieder gelöscht werden.

Datenspuren vermeiden

Vieles in Sachen Datenspuren hat man selbst in der Hand, insbesondere das, was man in sozialen Netzwerken und an anderen Stellen über sich preisgibt. Wie man dort sich und andere schützen kann, was es zu beachten gilt, und an wen man sich wenden kann, wenn man Unterstützung braucht, erfährt man auf den Seiten des Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz.

Auch für Cookies und die Chronik des Browsers kann man selbst festlegen, ob man diese will oder nicht oder dass diese Daten von Zeit zu Zeit gelöscht werden. Die meisten Browser bieten einen Privatmodus an, der dafür sorgt, dass solche Datenspuren vermieden werden. Bei anderen Punkten ist die Sache nicht so einfach, weil manches technisch bedingt ist. Aber auch hier lassen sich Datenspuren zumindest reduzieren. So gibt es datenschutzfreundliche Suchmaschinen wie ixquick.de oder startpage.com, die die IP-Adressen der Nutzerinnen und Nutzer anonymisieren oder gar nicht erst speichern.

Quelle: Eiermann, Helmut; Steinhöfel, Barbara: Datenschutz im Internet. In: Silver Surfer – Sicher online im Alter. Lernbuch für aktive Internetnutzer. 3. Auflage 2015.

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 14. Juli 2016

Lizenz: „Datensammeln“ von Sebastian Nóżka

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