Onleihe – elektronische Ausleihe

Die Bibliothek in der Westentasche

Man sieht Bücher und einen Bibliotheksausweis.

Um für den Urlaub genügend Lesestoff mitzunehmen, müssen vor allem Leseratten ganz schön viel schleppen. Und ist alles zu Ende gelesen, ist vielleicht keine Bücherei in der Nähe, um Nachschub zu besorgen. Wie praktisch wäre es da, die eigene Bibliothek immer bei sich zu haben. Klingt nach Fantasie? Keineswegs. Mit sogenannten „Onleihen“ oder „eAusleihen“ lassen sich über das Internet Bücher, Zeitungen und Musik ausleihen – und zum Beispiel auf dem Smartphone, dem Tablet oder E-Book-Reader lesen.

Zunächst mag es ungewöhnlich erscheinen, zum Schmökern ein elektronisches Gerät zu benutzen, auf dem ein Buch als Datei abgespeichert ist. Es fehlt ja das eigentliche „Buchfeeling“, wie das Rascheln beim Umblättern oder der typische Geruch eines „alten“ Buches. Aber das elektronische Lesen hat viele Vorteile. Auch Bibliotheken haben dies erkannt und bieten zusätzlich zu ihrem herkömmlichen Bestand auch digitale Medien zur „Onleihe“ (Online-Ausleihe) oder „eAusleihe“ (elektronischen Ausleihe) an, die man für einen gewissen Zeitraum auf seinem Laptop, seinem E-Book-Reader oder seinem Tablet nutzen kann. Außer der regulären Jahresgebühr der jeweiligen Bibliothek entstehen in der Regel keine weiteren Kosten.

Um welche „elektronischen Medien“ geht es?

Die Onleihen bieten vor allem sogenannte E-Books an. Dies sind digitale Bücher, die man sich für einen gewissen Zeitraum ausleihen und lesen kann. Unter den E-Books finden sich Fachbücher, Ratgeber, Schulbücher, Lernhilfen, Unterhaltungsliteratur, Reiseführer, Lexika. Daneben gibt es noch „E-Papers“ – digitale Zeitungen – sowie manchmal auch „E-Magazines“, also (Fach-) Zeitschriften und Magazine. Für das audiovisuelle Vergnügen finden sich zusätzlich oft E-Audios, E-Music und E-Videos. Unter der Kategorie E-Audio und E-Music finden sich Hörbücher und Hörspiele sowie Musik für Groß und Klein. Der Bereich E-Videos beinhaltet vor allem Dokumentarfilme, Lern- und Reisevideos. Es ist davon auszugehen, dass die Bibliotheken ihr digitales Sortiment ständig erweitern.

Was wird benötigt?

  • ein Bibliotheksausweis. Die Bibliothek muss Onleihe bzw. eAusleihe anbieten.
  • eine Registrierung für die Onleihe/eAusleihe vor der ersten Ausleihe bei der Bibliothek. Hier bekommt man auch in der Regel seine Zugangsdaten (Benutzername und Passwort).
  • ein Lese-/Abspiel-Geräte wie ein Computer, E-Book-Reader, Tablet etc. und die notwendige Software darauf
  • eine „Adobe-ID“ (einmalige kostenlose Registrierung bei Adobe nötig)

Wie lange kann ausgeliehen werden?

Wie in der „richtigen“ Bibliothek auch gibt es , von wenigen Stunden beispielsweise für Tageszeitungen bis hin zu zwei oder drei Wochen bei E-Books.

Hintergrundwissen Lizenzen

Die unterschiedlichen Ausleihfristen hängen damit zusammen, dass die Bibliotheken nur eine bestimmte Anzahl an digitalen Lizenzen pro Medium haben, und somit ein und dasselbe Medium nicht beliebig oft verleihen können. Erst wenn die Leihfrist für ein ausgeliehenes E-Book oder E-Paper abgelaufen ist, wird die Lizenz wieder „frei“ und die nächste Person kann sich dieses Medium ausleihen. Und da die Tageszeitung eben meistens am Erscheinungstag gelesen wird, sollen durch diese kurzfristigen Ausleihzeiten möglichst viele Leserinnen und Leser in denselben Genuss kommen. Das Prinzip funktioniert also genauso wie bei „physisch“ vorhandenen Medien: Wenn bspw. ein bestimmtes Buch, das man haben möchte, ausgeliehen ist, dann muss man eben warten, bis es zurückgegeben wird.

PC oder Laptop
E-Book-Reader
Tablets und Smartphones
Adobe ID und Digitales Rechtemanagement (DRM)

Da es sich bei den Medien der Onleihe (E-Books, E-Papers etc.) um Dateien handelt, brauchen die Verlage eine Art Kopierschutz dafür (Stichwort: Urheberrecht), der sich „Digitales Rechtemanagement“, abgekürzt DRM, nennt. In diesem Bereich hat sich das Adobe-DRM des Softwareunternehmens Adobe etabliert. Indem man sich bei Adobe registriert, bekommt man kostenlos eine „Adobe ID“, die dann im jeweiligen Leseprogramm bzw. im E-Book-Reader zur „Autorisierung“ eingegeben werden muss. Der „Kopierschutz“ sorgt dafür, dass die Buchdateien nicht auf beliebig vielen Geräten geöffnet werden können bzw. dass die Medien nach Ablauf der Leihfrist nicht mehr nutzbar sind.

Weiterführende Links:

Die Onleihen selbst bieten auf ihren Internetseiten Hilfen rund um das Thema Onleihe.

Interessante Informationen, Tipps und Tricks von Nutzern für Nutzerinnen und Nutzer, Tutorials aus der Onleihe-Akademie und vieles mehr lassen sich auf der Seite der Onleihe finden; zusätzlich sogar ein Verzeichnis über die Bibliotheken, die die Onleihe-Möglichkeit anbieten. Ebenso steht ein E-Book-Ratgeber als Broschüre im PDF-Format zum Herunterladen bereit. Hier wird allumfassend über die Möglichkeiten der Onleihe unter Verwendung von verschiedenen Endgeräten bzw. der hierfür erforderlichen Software informiert; auch wie man sich bei Adobe registriert und die von dort erhaltene sogenannte Adobe-ID verwendet.

Die Bibliotheken vor Ort haben in der Regel geschultes Personal, das in Bezug auf die Onleihe-Nutzung Hilfestellungen gibt. Oft werden auch spezielle Veranstaltungen zum Thema Onleihe durchgeführt. Einfach mal in der Bibliothek nachfragen.

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 1. Dezember 2016

Kommentare sind geschlossen.