Einfache Handhabung neuer Medien

Bedeutung von Smart-Technologien für Seniorinnen und Senioren

ein Tablet liegt auf einer Zeitung

Smartphones oder Tablet-Computer werden immer beliebter. Diese neuen Technologien eröffnen auch älteren Menschen viele Chancen. Wo liegt der Unterschied zur Bedienung einer Maus beim Computer, wie lässt sich stattdessen mit Fingerbewegungen navigieren oder was leisten Apps? Mehr dazu von Professor Dr. Stefan Aufenanger.

Nicht nur Kinder, sondern auch Seniorinnen und Senioren können von den neuen digitalen Medien mit ihren vielfältigen Potenzialen profitieren. Denn die Technologie der berührungssensitiven Oberflächen – den sogenannten Touchscreens – ermöglicht eine neue Form der Interaktion mit digitalen Medien, der Gestenkommunikation. Durch Tippen, Wischen und Fingerspreitzen lassen sich die Anwendungen öffnen, zwischen verschiedenen Programmfenster hin und her navigieren sowie in Bilder oder Karten hinein- sowie herauszoomen. All dies ist viel einfacher mit Gesten zu handhaben, als dies mit einer Maus zu machen ist. Bei letzterer muss man eine Bewegung eines realen Gegenstandes, nämlich der Maus, mit der eines virtuellen Objekts auf dem Bildschirm koordinieren, was nicht immer so einfach ist. Darüber hinaus ist insgesamt die Orientierung auf den Smart-Technologien, also den Smartphones und den Tablets, viel einfacher, da nur noch Symbole für Programme sichtbar sind, die man antippen muss. Durch diese einfach strukturierte Oberfläche kann man sich gut orientieren und muss nicht mehr wie bei den traditionellen Computersystemen sich durch Ordner klicken, bis man das gefunden hat, was man sucht.

Auch die Anwendungen selbst, die so genannten Apps, sind meist sehr einfach aufgebaut, so dass man deren Funktion in den meisten Fällen schnell erschließt und sie sofort nutzen kann. Letzteres ist übrigens auch ein großer Vorteil der neuen digitalen Medien auf mobilen Geräten: Man muss nicht mehr ein System starten und hochfahren und warten, bis der Computer alles geladen hat, sondern kann in den meisten Fällen sofort starten, nachdem man entweder den Deckel des Gerätes geöffnet oder durch einen Wisch die Oberfläche aufgerufen hat.

Die Themen und Inhalte dieser Anwendung bieten gerade Seniorinnen und Senioren vielfältige Möglichkeiten der Recherche von Informationen, der Kommunikation mit Verwandten und Freunden sowie andere Hilfen im Alltag. In den modernen Betriebssystemen, die die Geräte steuern, lassen sich Einstellungen vornehmen, die vor allem älteren Menschen helfen, besser mit den Geräten umgehen zu können. Dazu gehört etwa die Vergrößerung von Schriften, Veränderungen des Schrifttyps sowie negative Textdarstellung, um im Dunkeln besser lesen zu können. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, sich alle Texte vorlesen zu lassen, so dass gerade ältere Menschen, die mit dem Lesen Probleme haben, so auch die digitalen Medien gut nutzen können.

Smart-Technologien sind also eine gute Ergänzung zu den traditionellen Medien wie etwa dem Fernsehen, Buch oder Telefon. Sie ermöglichen Seniorinnen und Senioren an den Entwicklung und den Potenzialen digitaler Medien eine Teilhabe. Damit sind sie nicht abgeschnitten von medientechnologischen Entwicklungen, aber auch nicht von den Nutzungsgewohnheiten jüngerer Generationen. Sie bekommen so Zugang zur Kommunikation mit ihren Kindern oder Enkeln, zu Verwandten und Freunden, die diese Medien auch nutzen. Damit erweitert sich ihr Erfahrungshorizont und gibt damit ein gutes Stück weitere Lebensqualität.

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 8. August 2014

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