Elektronische Gesundheitskarte

Alle Krankendaten in einer Hand

Man sieht die Gesundheotskarte einer Person.

Die alte Krankenversichertenkarte hat ausgedient. Das aktuelle Modell, die elektronische Gesundheitskarte, ist an die Erfordernisse einer zunehmend technisierten und digitalisierten Welt angepasst. Was das heißt, welche Daten gespeichert sind und wie sie gesichert werden, erklärt dieser Text.

Die Einführung der Gesundheitskarte

Die elektronische Gesundheitskarte wurde seit Oktober 2011 von den gesetzlichen Krankenkassen an ihre Mitglieder ausgegeben und gilt seit dem 1. Januar 2015 anstelle der früheren Krankenversichertenkarte als Berechtigungsausweis, um Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch zu nehmen. Sie enthält zum Schutz gegen Missbrauch ein Lichtbild der versicherten Person und eine einheitliche Versichertennummer, die auch bei einem Kassenwechsel beibehalten wird. Ferner ist sie mit einem Mikroprozessor ausgestattet und damit technisch so ausgerüstet, dass zukünftig medizinische Anwendungen hinzugefügt werden können.

Was wird gespeichert?

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte erfolgt schrittweise. Neben dem Lichtbild sind zunächst die administrativen Daten der Versicherten wie zum Beispiel Name, Geburtsdatum und Anschrift enthalten. Die Rückseite der elektronischen Gesundheitskarte kann für die „Europäische Krankenversichertenkarte“ verwendet werden.

Im Laufe des Jahrs 2016 soll der Online-Abgleich der auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeicherten Versichertenstammdaten mit den aktuell bei den Krankenkassen vorhandenen Daten erfolgen. Dies wird zu Kosteneinsparungen bei den Krankenkassen führen, da in Zukunft eine Adressänderung nicht mehr zur Ausstellung einer neuen Gesundheitskarte führt. Als erste medizinische Anwendung ist nach den derzeitigen Plänen die Speicherung von Notfalldaten durch die Ärztin oder den Arzt auf der Karte vorgesehen. Dabei handelt es sich um notfallrelevante Informationen wie bestehende Medikationen, Allergien und Arzneimittelunverträglichkeiten. Im Notfall können diese Informationen ohne Mitwirkung der Patientinnen und Patienten von Ärztinnen und Ärzten beziehungsweise Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten gelesen werden. In den weiteren Ausbaustufen sollen zukünftig die Ärztinnen und Ärzte dann Rezepte speichern können, und die Karte soll Zugang zu Daten über die bisher verordneten Arzneimittel, elektronische Arztbriefe und die eigenen Patientenakten gewähren. Die einzige gesetzlich vorgeschriebene Anwendung ist das elektronische Rezept. Alle anderen Anwendungen und somit auch alle medizinischen Daten dürfen nur mit ausdrücklicher Einwilligung der oder des Versicherten auf freiwilliger Basis gespeichert werden. Dies bedeutet, dass die Versicherten jederzeit selbst entscheiden können, in welchem Umfang sie von den Möglichkeiten der elektronischen Gesundheitskarte Gebrauch machen möchte.

Daten und Sicherheit

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte geht einher mit dem Aufbau einer einrichtungsübergreifenden Kommunikationsinfrastruktur und bildet damit die Grundlage für einen sicheren Austausch sowohl wichtiger medizinischer als auch administrativer Daten. Dabei handelt es sich um ein elektronisches Gesundheitsnetz (Telematikinfrastruktur), das nicht mit dem öffentlichen Internet vergleichbar ist. Medizinische Daten werden bereits verschlüsselt, bevor sie die Arztpraxis verlassen. Beim Auslesen von medizinischen Daten gilt das Zwei-Schlüssel-Prinzip. Zunächst muss die oder der Versicherte seine Gesundheitskarte in das Kartenterminal stecken und die Ärztin oder der Arzt sich durch seinen Heilberufsausweis legitimieren. Anschließend muss die oder der Versicherte seine persönliche Identifikationsnummer (PIN) eingeben, ehe die Daten entschlüsselt und gelesen werden können. Somit sind die medizinischen Daten jederzeit geschützt und können auch bei einem Verlust der elektronischen Gesundheitskarte nicht durch einen Unberechtigten ausgelesen werden. Eine Ausnahme wird der Notfalldatensatz bilden, bei dem auf die Eingabe der PIN verzichtet wird.

Die elektronische Gesundheitskarte wird zu einer Verbesserung des Datenschutzes in den Arztpraxen führen. Das uneingeschränkte Selbstbestimmungsrecht der Versicherten steht im Mittelpunkt. Die Versicherten können selbst bestimmen, ob und welche medizinischen Daten auf oder mittels der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Die Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, Patiententerminals in Arztpraxen, Krankenhäusern und Apotheken zu errichten, an denen die Versicherten ihre Daten einsehen können. Hier können die Daten auch ausgedruckt oder wieder gelöscht werden, soweit es sich um die freiwillig gespeicherten Daten handelt.

Zum Thema

Quelle

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit: http://www.bfdi.bund.de/DE/Datenschutz/Themen/Gesundheit_Soziales/GesundheitskarteArtikel/eGK_allgemeineInformationen.html?nn=5315668

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 24. Oktober 2016

Kommentare sind geschlossen.