Fake News erkennen – so prüfen Sie Informationen richtig

Haben Sie schon einmal eine Nachricht in einer WhatsApp-Gruppe bekommen, die Sie verunsichert hat? Oder ist Ihnen auf einer Social Media Plattform schon einmal ein Beitrag begegnet, der in Ihnen besonders starke Gefühle hervor gerufen hat?
KI-generierte Fotos oder Fake News, die Hetze verbreiten und Unsicherheit schüren sollen, sind Alltag im Internet. Da fällt es schwer, sich im Netz wohl zu fühlen. Digitale Teilhabe ist aber wichtig für alle Menschen, um integriert und informiert zu sein. Deshalb brauchen alle, die im Netz surfen, Handwerkszeug, um Falschinformationen zu entlarven. Das gilt auch und vor allem für Journalisten, die Informationen, Videos und Fotos aus dem Netz auf Glaubwürdigkeit prüfen müssen. 

Was ist Desinformation?

Desinformation steht für die gezielte Verbreitung falscher oder irreführender Inhalte. Informationen oder Bilder also, die verbreitet werden, um einzelne Menschen oder Gruppen zu manipulieren – um bestimmte Ziele zu erreichen wie Aufmerksamkeit, Geld, Macht oder die Verbreitung von Ideologien. Desinformation zielt darauf ab, Debatten in extreme Richtungen zu lenken und Meinungen zu manipulieren. Das stellt eine Gefahr für unsere Demokratie dar.

Glauben Sie noch oder prüfen Sie schon?

Sie informieren sich im Netz oder auf Social Media und sehen dabei Nachrichten und Fotos, die Ihnen irgendwie seltsam erscheinen? Dann brauchen Sie ein paar Tipps und Links für den Alltag, um News Schritt für Schritt zu checken und Fakes von Fakten zu unterscheiden. Und denken Sie daran: Wer nicht auf Falschinformationen reinfallen will, muss genau sein und das erfordert manchmal ein bisschen Zeit.

Checkpoint Emotionen

Die Meldung lösen in Ihnen starke Gefühle wie Wut oder Angst aus, nutzt vielleicht emotionale Bilder und Videos, um Aufmerksamkeit zu wecken. Dann aufgepasst! Denn das Auslösen von starken Emotionen lässt Leser*innen impulsiv reagieren, anstatt rational zu handeln und genau nachzudenken. Dadurch geben sich Menschen eher mit einfachen Erklärungen zufrieden und lassen sich leichter manipulieren. Sie werden auch noch aufgefordert, den Post oder Artikel auf Ihrem Social Media Kanal oder per WhatsApp zu teilen? Das ist ein weiteres typisches Indiz für Fake News. Die Falschmeldung soll sich, so das Ziel der Verfasser*innen, schnell verbreiten.

Checkpoint Quelle und Absender

Überprüfen Sie die Quelle der Meldung!

1. Ist die Quelle vertrauenswürdig?
2. Ist die Information neu? Oder schon alt und überholt?
3. Wer hat den Beitrag geschrieben oder gepostet?
4. Lässt sich die Information von mindestens zwei voneinander unabhängigen Quellen bestätigen?

Nach journalistischen Kriterien beziehen sich Autor*innen auf mindestens zwei voneinander unabhängige Quellen oder nennen explizit eine vertrauenswürdige Quelle wie z.B. die Polizei oder andere offizielle Organisationen bzw. eine*n Reporter*in, der/die vor Ort ist. Schauen Sie außerdem, ob ein Veröffentlichungsdatum genannt und der Name einer Verfasser*in angegeben wird. Fake News werden oft anonymisiert oder unter Pseudonymen veröffentlicht. Es kann auch vorkommen, dass alte Informationen oder Bilder genutzt werden und in einen anderen Kontext gestellt werden.

Checkpoint Sprache und Gestaltung

Überprüfen Sie die Sprache!

5. Wie ist der Beitrag geschrieben? Ist die Sprache reißerisch und emotionalisiert?
6. Gibt es Werbung oder ein Eigeninteresse?
7. Könnte es Satire sein?

Bei Fake News wird oft eine reißerische Sprache verwendet. Außerdem nutzen die Verfasser*innen oft viele Satzzeichen und Großbuchstaben, um Aufmerksamkeit zu wecken. Wenn Ihnen suggeriert wird, dass Sie die Meldung brauchen (Beispiel: „5 Schockierende Fakten über…“) oder etwas kaufen sollen – passen Sie gut auf! Denn Fake News sind oft Teil eines Geschäftsmodells. Durch das Schalten von Werbung verdienen die Verfasser*innen bei jedem Klick auf die Webseite Geld oder drehen Ihnen Produkte an.

Und was genau ist Satire? Eine Kunstform, bei der durch Übertreibung und Ironie eine Tatsache kritisch betrachtet wird. Webseiten wie die „heute-show“ (Link zu Website: www.zdf.de/shows/heute-show) oder der Postillion (Link zu Website: www.der-postillon.com) verbreiten satirische Falschmeldungen, die auf den ersten Blick nur schwer von Fake News zu unterscheiden sind. Genau in dem Fall bringt der Verfasser*in bzw. der Account Klarheit.

Checkpoint Bildern und Videos

Überprüfen Sie, was Sie sehen!

8. Passt das Bild oder Video zu dem Text?
9. Wirken Personen natürlich oder lassen sich komische Gesten oder Mimiken erkennen? Gibt es einen Schatten, der nicht passt?
10. Nutze die Bilderrückwärtssuche!

Oft wird ein Bild oder Video verwendet, um zu polarisieren und starke Gefühle zu wecken. Dabei wird das Bild oder Video nicht selten in einen anderen Zusammenhang gestellt. Um zu überprüfen, ob das Video oder Bild echt ist oder schon mal in einem anderen Kontext benutzt wurde, können Sie die Bilderrückwärtssuche nutzen.  Für Bilder eignet sich beispielsweise diese Webseite tineye.com (diese Plattform ist englischsprachig).

Sie wollen testen, ob Sie ein guter Faktenchecker*in sind und Lügen im Netz erkennen?
Dann probieren Sie doch mal den Fakefinder vom SWR. Bei dem Online-Spiel können Sie überprüfen, wie gut Sie zwischen Fakten, Fake und Satire unterscheiden können: SWR Fakefinder

Mehr zur Woche der Medienkompetenz 2026 finden Sie hier: Woche der Medienkompetenz Rheinland-Pfalz 2026: Woche der Medienkompetenz Rheinland-Pfalz

Links und Quellen
SWR Fakefinder
Mimikama – Faktenchecks, Betrug erkennen & Fake News verstehen
https://www.tagesschau.de/faktenfinder
Fakt oder Fake – Wie wir Desinformation erkennen können – SWR Kultur
Fake News: Wie erkenne ich Fake News? – Medien – Kultur – Planet Wissen
#StopFakeNews – Fake News erkennen | Themen | bpb.de

 

Bildnachweis: Silver Tipps Redaktion

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 8. Juni 2026