Manipulation im Internet

Dark Patterns: Wie uns Apps und Websites unbemerkt beeinflussen

Jeder kennt es: Man besucht eine Website und sofort taucht ein Cookie-Banner auf. Der Button für „Alle akzeptieren“ ist meistens besonders gut sichtbar und das aus einem bestimmten Grund. Denn Websites und Apps nutzen häufig bestimmte Gestaltungstricks, um Nutzerinnen und Nutzer zu bestimmten Handlungen zu bewegen. Zum Beispiel alle Cookies zu akzeptieren, auch wenn sie nicht notwendig wären. Diese Tricks, sogenannte „Dark Patterns“, sind oft versteckt, können aber beeinflussen, welche Entscheidungen man auf Websites und in Apps trifft. Dieser Artikel erklärt, was Dark Patterns sind und wie man sich vor ihnen schützen kann.

Was sind Dark Patterns?

Der Begriff „Dark Patterns“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „manipulatives Designmuster“ oder „Täuschungsdesign“. Er beschreibt Gestaltungsmuster auf Websites oder in Apps, die Menschen zu einer bestimmten Entscheidung lenken sollen. Zum Beispiel Cookies zu akzeptieren und damit persönliche Daten preiszugeben, ein Abo abzuschließen oder ein Produkt zu kaufen, was man vielleicht gar nicht braucht.
Die Tricks sind so gestaltet, dass die beste Option für den Anbieter auch immer die ist, die sich am leichtesten auswählen lässt. Andere Optionen, die ggf. eher im Sinne der Nutzer*innen wären, sind dagegen schwerer zu finden. Sie werden kleiner dargestellt oder hinter mehreren Klicks verborgen. Zum Beispiel ist der Knopf, um Cookies abzulehnen, oft in einem verschachtelten Menü versteckt. Dadurch treffen viele Nutzerinnen und Nutzer Entscheidungen, die sie eigentlich gar nicht treffen wollten.

Wer seine eigene „Dark-Pattern-Resilienz“ testen möchte, findet bei der Verbraucherzentrale einen spielerischen Test: Dark Patterns-Spiel: Wer zustimmt, verliert! | Verbraucherzentrale.de

So funktionieren die Tricks

Besonders häufig gibt es Dark Patterns bei den bereits genannten Cookie-Bannern. Aber auch beim Online-Shopping kommen solche Methoden zum Einsatz. Blinkende Schrift wie „Nur noch 2 Stück verfügbar“ oder ein Countdown „für 10 Minuten im Warenkorb reserviert“ sollen Zeitdruck erzeugen und Nutzer*innen zu einem schnellen Kauf bewegen. Manchmal werden auch zusätzliche Versicherungen oder andere kostenpflichtige Extras vorausgewählt oder erst kurz vor dem Abschluss angezeigt. Wer hier unaufmerksam ist, muss ggf. mit zusätzlichen Kosten rechnen.
In Online-Spielen für Kinder und Jugendliche finden sich diese Muster ebenfalls. Beispielsweise gibt es extra Belohnungen für häufiges Spielen oder zusätzliche virtuelle Gegenstände für digitale Käufe mit Echtgeld. Das soll Nutzerinnen und Nutzer dazu motivieren, möglichst lange zu spielen und möglichst viel Geld für zusätzliche Inhalte auszugeben.

Warum Unternehmen solche Methoden nutzen

Mit Dark Patterns möchten Unternehmen mehr Geld verdienen oder auch Nutzerdaten sammeln. Je mehr Menschen alle Cookies akzeptieren, eine zusätzliche Versicherung abschließen oder einfach mehr Produkte kaufen, desto größer ist der Nutzen für das Unternehmen.
Rechtlich sind Dark Patterns eine Grauzone. Viele dieser Tricks, um Nutzerinnen und Nutzer zu einer bestimmten Entscheidung zu leiten, sind nicht pauschal verboten. Dark Patterns als Konzept werden im Digital Services Act (DSA) aber als rechtswidrig eingestuft.

Manipulation erkennen und bewusst entscheiden

Dark Patterns sind Bestandteil sehr vieler Websites und Apps. Sie sollen die vielen kleinen Entscheidungen im Internet erleichtern, allerdings nicht im Interesse der Nutzerinnen und Nutzer. Mit den Tricks versuchen Unternehmen, ihren Umsatz zu steigern und Nutzerdaten zu sammeln. Aber wer sich Zeit nimmt und aufmerksam bleibt, erkennt die typischen Tricks und kann bewusster die nächste Entscheidung treffen, egal ob beim Cookie-Banner oder Online-Einkauf.

So schützen Sie sich vor Dark Patterns:

  • Nehmen Sie sich immer Zeit und klicken Sie nicht vorschnell.
  • Lesen Sie Cookie-Banner und Einwilligungen aufmerksam. Es gibt immer eine Option, Cookies abzulehnen.
  • Prüfen Sie vor dem Bezahlen, ob Zusatzangebote oder Käufe bereits vorausgewählt sind.
  • Lassen Sie sich nicht von Countdowns oder vermeintlich knappen Stückzahlen in Onlineshops unter Druck setzen.

 

Quellen und weiterführende Links
Dark Patterns: So wollen Websites und Apps Sie manipulieren | Verbraucherzentrale.de
Dark Patterns – Manipulation in Spiele-Apps – SCHAU HIN!
https://www.bpb.de/kurz-knapp/taegliche-dosis-politik/577939/dark-patterns/
https://www.mdr.de/medien360g/medienwissen/dark-patterns-erkennen-100.html
https://www.verbraucherzentrale.de/bildung/digitale-welt/dark-patternsspiel-wer-zustimmt-verliert-73000

 

Bildnachweis: Mariia Vitkovska/istockphoto.com

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 12. August 2026