Digitale Kommunikation in Altenpflegeeinrichtungen

Mit Angehörigen und Bekannten digital in Kontakt bleiben

Das Projekt „Digital-Boschafterinnen und -Botschafter Rheinland-Pfalz“ der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest stellt aktuell, mit Unterstützung von der LMK – medienanstalt rlp und Freifunk Mainz, verschiedene Anleitungen und Hilfen für die digitale Kommunikation in Altenpflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz zur Verfügung. So können zum Beispiel Kinder, Enkel und Freunde über kleine Programme und ein entsprechendes Gerät wie gewohnt bei Angehörigen in Pflegeeinrichtungen „vorbeischauen“.

In Zeiten der Corona-Pandemie ist es schwer für Menschen in Altenpflegeeinrichtungen mit den Angehörigen außerhalb in Kontakt zu bleiben. Die persönlichen Kontakte sind entweder auf ein Minimum beschränkt oder teilweise gar nicht mehr möglich. Der Anruf per Telefon ist zwar möglich, aber Menschen zu sehen, gemeinsam zu lachen und die Reaktion des Gegenübers unmittelbar mitzubekommen, ersetzt ein Telefonat nicht. Durch Geräte wie Smartphones, Tablets und Laptops lassen sich über das Internet hingegen, auch gerade jetzt, digitale Besuche realisieren.

Videotelefonie über Skype und Jitsi

Sich gegenseitig per Video sehen, die Stimmen der anderen hören und das Gefühl haben, nah beieinander zu sein: das bieten Videotelefondienste wie Skype oder Jitsi. Die Nutzung ist in aller Regel kostenlos und einfach einzurichten. Es ist sogar möglich mit mehr als einer Person gleichzeitig zu sprechen. So kann man trotz Corona-Krise gemütlich am Familientreffen teilnehmen und gemeinsam Kaffeetrinken.

Diese Voraussetzungen müssen für Videotelefonie via Skype gegeben sein:

  • Laptop, Tablet oder Smartphone mit Webcam und Mikrofon (in neueren Geräte ist die meist standardmäßig verbaut)
  • Das kostenlose Programm Skype muss auf dem Gerät installiert sein
  • Ein Skype- oder Microsoft-Benutzerkonto, das kostenlos einmalig erstellt werden muss
  • WLAN oder kabelgebundener Internetzugang
Eine ausführliche Anleitung zur Installation von Skype finden Sie hier.

Diese Voraussetzungen müssen für Jitsi gegeben sein:

  • Laptop, Tablet oder Smartphone mit Webcam und Mikrofon (in neueren Geräte ist die meist standardmäßig verbaut)
  • Benötigt wird unbedingt einer der folgenden Browser: Google Chrome oder Mozilla Firefox
  • Auf dem Smartphone oder Tablet benötigen Sie die App „Jitsi-Meet“
  • Erstellen Sie hier einen digitalen Treffpunkt
  • Teilen Sie den Link oder Namen des Raums z.B. über E-Mail den anderen Teilnehmenden mit
Eine ausführliche Anleitung zur Nutzung von Jitsi finden Sie hier.

WhatsApp, Signal und Alternativen

Instant Messenger wie WhatsApp oder Signal lassen sich kostenlos auf einem Smartphone installieren. Über die Dienste kann man dann mit anderen Nutzerinnen und Nutzern dieses Dienstes in Kontakt treten. Textnachrichten austauschen wie bei der herkömmlichen SMS ist dabei aber nur ein Aspekt. Auch das Versenden von Fotos, Videobotschaften und Sprachnachrichten an Einzelne oder Gruppen ist auf diesem Weg möglich.

Diese Voraussetzungen müssen gegeben sein:

  • Smartphone mit installierter Messenger-App
  • WLAN-Zugang bzw. mobilse Internet über Datentarif
  • Mobilfunknummern der Personen, mit denen man in Kontakt treten möchte
Eine ausführliche Anleitung zur Installation von WhatsApp finden Sie hier.

Informationen zur technischen Infrastruktur in den Einrichtungen vor Ort

Um digitale Kommunikation über das Internet überhaupt zu ermöglichen, sollten Einrichtungen folgende technische Infrastruktur bereitstellen:

  • Ein für die Bewohnerinnen und Bewohner offenes WLAN
  • Falls kein WLAN vorhanden ist, kann zum Beispiel ein Laptop, beispielsweise in einem für alle zugänglichen Aufenthaltsraum eingerichtet werden. Die Nutzung kann dann nach Absprache erfolgen

Sollten Einrichtungen keinen eigenen WLAN-Zugang für ihre Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung stellen, haben sie die Möglichkeit über einen Freifunk-Router die einrichtungsinterne Internetverbindung mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu teilen.

Freifunk bietet die Möglichkeit, Internet zu teilen – ohne dass die Freifunk-Nutzerinnen und -Nutzer auf das einrichtungsinterne Netzwerk zugreifen können. Die Daten werden absolut sicher über ein virtuelles privates Netzwerk verschlüsselt übermittelt. Die Einrichtungen teilen nur eine gewisse Bandbreite ihrer Leitung mit anderen, die Daten bleiben getrennt. Freifunk ist absolut rechtssicher und auch datenschutzrechtlich unbedenklich. Das Projekt „Digital-Botschafterinnen und -Botschafter Rheinland-Pfalz“ kooperiert eng mit Freifunk Initiativen im Land.

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 28. April 2020

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