Sie finden online ein verlockendes Angebot: ein günstiges Küchengerät, ein Kleidungsstück oder andere Waren, die schnell und zu einem sehr günstigen Preis zu Ihnen nach Hause kommen. Hinter solchen Schnäppchen steckt oft Dropshipping: Der Händler hält die Ware nicht vorrätig, sondern bestellt sie erst nach Ihrem Kauf beim Hersteller oder Großhändler und lässt sie dann direkt zu Ihnen liefern. Die niedrigen Preise entstehen häufig, weil die Produkte direkt von Herstellern oder Großhändlern aus Nicht-EU-Ländern bezogen werden und Zwischenhändler entfallen. Gleichzeitig entstehen so Risiken wie Qualitätsprobleme, versteckte Zusatzkosten und fehlender Kundenservice.
Was ist Dropshipping?
Dropshipping bedeutet, dass nur die Bestellannahme und Abrechnung vom Online-Händler übernommen werden. Dabei bietet ein Online-Händler Waren dem Kunden an, ohne selbst die Ware liefern oder lagern zu müssen. Stattdessen erhalten Sie die Ware direkt vom Hersteller oder Großhändler, die häufig in Nicht-EU-Ländern, beispielsweise in China, ansässig sind. Sehr oft ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, dass es sich um Dropshipping handelt. Denn auf Dropshipping an sich muss nicht hingewiesen werden.
Wie funktioniert Dropshipping in der Praxis?
- Der Online-Händler legt ein Sortiment an.
- Der Kunde wählt die Ware aus und bezahlt.
- Der Händler leitet die Bestellung an den Hersteller oder Großhändler im außereuropäischen Ausland weiter.
- Der Hersteller oder Großhändler versendet dann das Paket an Sie.
Durch diese Kette entstehen niedrige Preise. Viele Angebote erscheinen sehr günstig. Das liegt daran, dass die Waren meist aus Drittstaaten kommen. Bei einigen Produkten besteht das Risiko, dass sie nicht den in der EU geltenden Sicherheitsanforderungen entsprechen. Solche Angebote finden sich häufig in sozialen Netzwerken sowie auf internationalen Online-Plattformen wie beispielsweise Temu oder Shein.
Irreführende Werbung: Die Anzeigen wirken oft professionell, aber auch auf aufdringliche Werbung wird gesetzt. Dabei werden schnelle, emotionale Botschaften, die leicht täuschen, verwendet. Wie leicht man manipuliert wird, zeigt eine aktuelle Aufklärungskampagne „Der ehrlichste Shop der Welt“ von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz, der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und dem Handelsverband Südwest, unterstützt durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. Produktqualität: Sehr günstige Waren erfüllen nicht immer europäische Sicherheitsstandards. Verbraucherschutzorganisationen weisen darauf hin, dass einige sehr günstige Produkte Sicherheitsmängel aufweisen können. Bei Elektrogeräten können beispielsweise fehlende oder fehlerhafte Sicherheitskennzeichnungen sowie mangelnde Produktsicherheit ein Risiko darstellen. Warnhinweise und Anleitungen sind innerhalb der EU kein Extra, sondern Pflicht. Produktsicherheit: Auch wenn die Ware direkt vom Hersteller verschickt wird, tragen Händler, die Produkte in der EU verkaufen, Verantwortung für die Produktsicherheit. Fehlen wichtige Informationen zum Hersteller oder zu einer verantwortlichen Person in der EU, sollten Verbraucher*innen besonders aufmerksam sein. Zusätzliche Kosten: Beim Einkauf aus Nicht-EU-Ländern können zusätzliche Kosten entstehen. Dazu zählen Einfuhrabgaben, Einfuhrumsatzsteuer sowie gegebenenfalls Bearbeitungsgebühren von Versanddienstleistern. Seit Juli 2026 gilt zudem die bisherige Zollfreigrenze von 150 Euro nicht mehr. Diese Kosten erhöhen den Endpreis deutlich. Auch Rücksendungen können teuer und / oder kompliziert werden, da die Online-Händler nicht immer zu erreichen sind und die Ware ins Ausland zurückgesendet werden soll. Rechte und Rückgabe: Bei Verkäufern außerhalb der EU gelten andere Rechtslagen. Das erschwert Reklamationen. Lesen Sie auf jeden Fall die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und FAQ genau. Was tun, bevor man bei einem Online-Shop bestellt? Weitere Tipps für sichere Online-Bestellungen Fazit Dropshipping ermöglicht günstige Preise für unterschiedlichste Waren. Gleichzeitig birgt es Risiken. Daher sollten Sie als Verbraucher*in wachsam und kritisch sein. Die Aufklärungskampagne „Der ehrlichste Shop der Welt“ hilft, die Tücken zu erkennen. Denn durch sorgfältiges Prüfen lässt sich das Risiko minimieren. Quellen und weiterführende Links Bildnachweis: Screenshot der Website: www.der-ehrlichste-shop-der-welt.de
Sollten Sie Probleme mit einem Widerruf haben und sich unsicher sein, welche Rechte Ihnen zustehen, können Sie im Umtausch-Check der Verbraucherzentrale schnell eine erste Einschätzung dazu einholen oder die Verbraucherzentrale für eine Beratung kontaktieren.
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