Wer im Internet nach Informationen sucht, nutzt meist eine Suchmaschine. Zunehmend stellen Menschen ihre Fragen aber direkt an eine Künstliche Intelligenz (KI). Beide Wege führen zu Ergebnissen, funktionieren jedoch unterschiedlich.Der Artikel erklärt, wie Suchmaschinen und KI arbeiten, wie verlässlich die Antworten sind und welche Folgen das für Medienvielfalt und die Zukunft der Online-Suche haben.
Wie arbeiten Suchmaschinen?
Suchmaschinen wie Google, Bing oder DuckDuckGo durchsuchen das Internet mit automatischen Programmen. Diese Programme heißen Crawler (englisch für Kriechtier). Sie besuchen Webseiten, lesen Inhalte aus und speichern diese in einem großen Index. Dieser Index funktioniert wie ein Register in einem Nachschlagewerk.
Geben Sie einen Suchbegriff ein, durchsucht die Suchmaschine diesen Index. Das Ergebnis ist eine Trefferliste mit vielen Webseiten. Die Reihenfolge der Treffer nennt man Ranking. Ob eine Seite weit oben erscheint, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen die Übereinstimmung mit Suchbegriffen, die Aktualität der Inhalte und die Verlinkung durch andere Webseiten.
Auch bezahlte Werbung beeinflusst die Reihenfolge. Anzeigen erscheinen häufig an prominenter Stelle. Sie sind zwar gekennzeichnet, werden aber nicht immer bewusst als Werbung wahrgenommen.
KI-Kurzantworten in klassischen Suchmaschinen
Viele Suchmaschinen zeigen inzwischen nicht mehr nur eine Trefferliste. Häufig erscheint oberhalb der Ergebnisse eine kurze, automatisch erzeugte Antwort. Diese Funktion wird oft als KI-Zusammenfassung oder KI-Überblick bezeichnet.
Diese Kurzantworten entstehen, indem die Suchmaschine Inhalte aus mehreren Webseiten auswertet, zusammenfasst und in wenigen Sätzen darstellt. Technisch greifen Suchmaschinen dabei auf KI-Modelle zurück, die Texte analysieren, Kernaussagen erkennen und neu formulieren. Die Auswahl der Inhalte folgt dabei ähnlichen Kriterien wie beim Ranking: Bekanntheit der Quelle, Aktualität und thematische Relevanz.
Nach Einschätzung der Medienanstalten besteht hier ein zentrales Risiko. Nutzer*innen nehmen die Kurzantwort häufig als abschließende Information wahr und klicken seltener auf die darunterliegenden Quellen. Dadurch verlieren einzelne Medienangebote an Sichtbarkeit. Zudem bleibt oft unklar, welche Quellen in die Zusammenfassung eingeflossen sind und ob unterschiedliche Perspektiven berücksich09tigt wurden.
Wie arbeitet eine Künstliche Intelligenz?
KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder Copilot arbeiten anders als Suchmaschinen. Sie zeigen keine Trefferlisten, sondern formulieren direkt eine Antwort auf die gestellte Frage.
Grundlage dafür sind große Textmengen, mit denen die KI trainiert wurde. Diese Texte stammen aus unterschiedlichen Quellen. Manche KI-Systeme greifen zusätzlich auf aktuelle Informationen aus ausgewählten Datenquellen zurück. Die KI kombiniert dieses Wissen und erstellt eine zusammengefasste Antwort in ganzen Sätzen.
Die KI bewertet nicht selbst, ob eine Information richtig ist. Sie berechnet Wahrscheinlichkeiten dafür, welche Antwort sprachlich und inhaltlich passt.
Verkürzte Überblicke: hilfreich, aber unvollständig
Ein Vorteil von KI-Antworten sind kurze und verständliche Zusammenfassungen. Sie geben einen schnellen Überblick. Gleichzeitig gehen Details verloren. Einordnungen oder unterschiedliche Sichtweisen fehlen häufig.
Suchmaschinen bieten dagegen viele einzelne Quellen an. Sie ermöglichen es, verschiedene Perspektiven zu vergleichen und selbst zu entscheiden, welchen Informationen Sie vertrauen.
Wie verlässlich sind die Antworten?
Suchmaschinen verweisen auf Originalquellen. Sie können erkennen, von wem eine Information stammt. KI-Antworten wirken oft sicher formuliert, können aber Fehler enthalten oder Inhalte ungenau zusammenfassen.
Verbraucherschutz-Zentralen empfehlen, KI als Einstieg zu nutzen, nicht als alleinige Informationsquelle. Besonders bei Themen wie Gesundheit, Finanzen oder Recht ist eine zusätzliche Prüfung sinnvoll.
Welche Quellen nutzen KI-Systeme?
Die Trainingsdaten vieler KI-Systeme sind nicht vollständig transparent. Oft bleibt unklar, welche Medien oder Webseiten genutzt wurden. Das erschwert die Einschätzung von Qualität und Ausgewogenheit. Ein Gutachten der Medienanstalten sieht darin ein Risiko für die Meinungsvielfalt.
Auswirkungen auf Medienvielfalt
Wenn Nutzer*innen Informationen direkt über KI erhalten, besuchen sie seltener einzelne Webseiten. Das kann kleinere oder spezialisierte Medien benachteiligen.
Laut dem Gutachten der Medienanstalten besteht die Gefahr, dass KI-gestützte Suche vor allem Inhalte großer Anbieter berücksichtigt. Langfristig kann das die Medienvielfalt einschränken.
Wie verändert sich die Suche in Zukunft?
Die Online-Suche wird dialogischer. Menschen stellen ganze Fragen statt einzelner Suchbegriffe. Suchmaschinen und KI wachsen technisch zusammen.
Umso wichtiger wird Medienkompetenz. Wer informiert bleiben möchte, sollte Ergebnisse kritisch prüfen und mehrere Quellen nutzen.
Fazit: Suchmaschinen zeigen viele Wege zur Information. KI fasst Inhalte zusammen. Beide Formen der Suche haben Vorteile und Grenzen. Gut informiert bleibt, wer bewusst und kritisch sucht.
Quellen und weiterführende Links:
Verbraucherzentrale Niedersachsen: Suchmaschinen – wie Werbung die Ergebnisse beeinflusst
Verbraucherzentrale: KI-Chatbots im Überblick
Verbraucherzentrale: Künstliche Intelligenz – Funktionsweise, Anwendungsgebiete und Risiken
Die Medienanstalten: KI-Suchmaschinen – Gutachten
Die Medienanstalten: KI-Gutachten 2025
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