Bitcoin, NFT und Co.

Kryptowährungen und ihre großen Versprechen

Eine Person hält eine Münze mit Bitcoin-Logo vor einen Bildschirm mit Börsenkursen.

Mit dem Bitcoin fing es an. Mittlerweile gibt es Hunderte sogenannter Kryptowährungen. Gerade Menschen ohne Informationstechnisches Hintergrundwissen fällt es schwer, die Technologie zu verstehen. Was genau machen die verschiedenen „Coins“? Und was ist insgesamt von den großen Versprechungen zu halten?

 

Ende 2008 veröffentliche eine Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto das Konzept für eine Währung, die unabhängig von staatlicher Aufsicht und von Banken funktioniert. Vor 15 Jahren – Anfang Januar 2009 – entstanden auf Basis dieses Konzepts die ersten Bitcoins.
Wer bei dieser „Kryptowährung“ mitmachen will, lädt sich eine von mehreren möglichen Programmen herunter. Über eine „Wallet“ – ein digitales Portemonnaie – kann man Bitcoins direkt an andere Nutzer*innen schicken oder von ihnen erhalten.

Was sind Bitcoins?
Bitcoins sind ein virtuelles Zahlungsmittel. Die digitale Währung wurde im Jahr 2009 von Privatleuten eingeführt und soll eine Alternative zum herkömmlichen Geldsystem darstellen. Mehr zu Bitcoin als Zahlungsmittel bei der Verbraucherzentrale.

Typischerweise kauft und verkauft man Einheiten dieser Digitalwährung auf spezialisierten Börsen. Aktuell ist ein Bitcoin etwa 40.000 Euro wert. Der Gesamtwert aller kursierenden Bitcoins liegt bei mehr als 800 Milliarden Euro.
15 Jahre nach Entstehung des Konzepts sind neben dem Bitcoin Hunderte andere Coins hinzugekommen. Sie heißen etwa DAI oder Toncoin, Ether oder Tether USDt, Moreno oder XRP. Diese fungieren als digitale Zahlungsmittel (oft auf illegalen Märkten), als Geldanlage oder Spekulationsobjekte.

Die vielfältigen Möglichkeiten der Blockchain
Einige Coins haben sich darauf spezialisiert, die dezentrale Buchhaltungs-Technologie hinter Kryptowährungen nutzbar zu machen. Die Blockchain ist eine Art Kassenbuch, das auf tausenden Rechnern verteilt liegt. Will Nutzerin A beispielsweise einen Bitcoin an die Wallet von Nutzerin B schicken, überprüfen spezialisierte Rechner, ob bei der geplanten Überweisung alles mit rechten Dingen zugeht. Ist das der Fall, fügen sie die Transaktion dem großen Blockchain-Kassenbuch hinzu.

Was ist Blockchain?
Blockchain ist eine technische Lösung, um Daten in einer verteilten Infrastruktur ohne zentrale Instanz nachvollziehbar und manipulationssicher im Konsens zu verwalten. Mit Blockchain ist es möglich, Transaktionen (zum Beispiel im Zahlungsverkehr mit Kryptowährungen) ohne zentrale Instanz vertrauensvoll und transparent zu verifizieren (das bedeutet deren Echtheit zu belegen). Mehr dazu beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Nur kurz nach der Entwicklung des Bitcoins kamen findige Entwickler*innen auf die Idee, dass man mit dieser Technologie ganz verschiedene Dinge anstellen kann: Über die Blockchain kann man etwa Unterwährungen erzeugen, über NFTs („Non-Fungible Tokens“) das Eigentum an digitalen Kunstwerken dokumentieren und sogar Programmcode hinterlegen und ausführen. Das ermöglicht „schlaue Verträge“, sogenannte „Smart Contacts“.

Besonders erfolgreich sind aktuell Blockchain-basierte „Stablecoin“-Unterwährungen, deren Wert sich an klassischen Währungen orientiert. Man überweist an das Unternehmen hinter dem jeweiligen Stablecoin „echte“ Dollar oder Euro und erhält als Gegenleistung eine Art digitalen Schuldschein. Den kann man frei handeln und am Ende wieder gegen einen Dollar oder Euro zurücktauschen.

Vorsicht beim Umgang mit Kryptowährungen
Egal, welche Konzepte die Coins erfolgen … Mit Ausnahme der Stablecoins verfügen alle Kryptowährungen über steigende und fallende Wechselkurse. Das macht sie als Geldanlage und Spekulationsobjekte interessant – aber auch hoch gefährlich:

  • Nachdem es mit dem Wechselkurs kontinuierlich nach oben gegangen ist, kann der Kurs sich ohne Vorwarnung ebenso schnell wieder bergab bewegen.
  • Die Anbieter hinter den Kryptowährungen sind nicht immer seriös. Gleiches gilt für die Unternehmen hinter Kryptobörsen, bei den Nutzer*innen nicht nur gerne Coins kaufen und verkaufen, sondern diese gern auch dort parken. Und auch die Stablecoins sind in der Praxis nicht immer so „stabil“, wie sie es eigentlich sein sollten.
  • Wenn Sie Ihre Coins nicht bei einer Börse parken, sondern über die Wallet auf ihrem privaten Rechner verwalten, bedeutet das: Wenn Sie den Zugriff auf Ihr Gerät verlieren, etwa weil es kaputt geht, geklaut wird oder jemand Sie hackt, verlieren Sie auch den Zugriff auf Ihr digitales Geld.

Fazit

Kryptowährungen sind eine nette technische Spielerei, wenn man Lust hat, sich in die Logik dieses neuen Geldes hineinzudenken. Als verlässliche Finanzanlage taugen Sie aber nicht: Weil sie oft schwer verständlich sind und weil sich in der Krypto-Welt neben Idealist*innen mit guten Ideen auch viele Betrüger*innen tummeln.

Quellen und weiterführende Links:
Stiftung Warentest zu fragwürdigen Bitcoin-Portalen
Ein Überblick über die 100 größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung: https://coinmarketcap.com (Die Marktkapitalisierung ist ein mathematischer Wert, den man erhält, wenn man den aktuellen Wechselkurs eines Coins mit der Gesamtzahl aller theoretisch kursierenden Coins multipliziert.)

Verbraucherzentrale: Bitcoin: Vom alternativen Zahlungsmittel zum Spekulationsobjekt
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Was ist Blockchain? Was sind Kryptowährungen?

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 17. Januar 2024