Wie Smartphones länger leben  

Elektroschrott vermeiden 

Seit es Smartphones gibt, haben die meisten von uns schon ein paar davon ausrangiert. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: Viele Geräte werden nach einigen Jahren so langsam, dass man sie nicht mehr bequem nutzen kann. Bei Android kommt noch dazu, dass Geräte oft schon bald nach dem Kauf keine Updates mehr bekommen, weshalb wichtige Apps bald nicht mehr funktionieren. Firmen wie Apple und Samsung setzen mit immer exquisiteren Modellen außerdem ganz bewusst auf die Kauflust von Nutzerinnen und Nutzern. Durchschnittlich alle drei Jahre tauschen wir unser Smartphone gegen ein neues. Aber muss das wirklich sein? Wer sein Handy länger nutzen und so Elektroschrott vermeiden will, findet hier wertvolle Tipps. 

Das Ganze hat natürlich System: Die meisten Hersteller sind schlicht nicht daran interessiert, dass wir unsere Smartphones lange behalten. Lieber wollen sie uns alle paar Jahre neue verkaufen.

Europäerinnen und Europäer legen sich im Durchschnitt alle dreieinhalb Jahre ein neues Handy zu – allein in Deutschland, wo gut 60 Millionen Menschen ein Smartphone nutzen, werden innerhalb von zehn Jahren also fast 200 Millionen Geräte ausrangiert. Für die Umwelt ist das natürlich ein Riesenproblem.

Das Fairphone als Alternative 
Die niederländische Firme Fairphone B.V. versucht, langlebige Geräte auf den Markt zu bringen und die Produktionsbedingungen dabei so nachhaltig und fair wie möglich zu gestalten. Auch in Sachen Reparierbarkeit macht das Fairphone einen Unterschied: Ganz ohne Spezialwerkzeug sind viele Komponenten ersetzbar. Die meisten Smartphones anderer Hersteller werden hingegen geklebt statt geschraubt, was es unmöglich macht, das Gehäuse zu öffnen und beispielsweise eine kaputte Kamera auszutauschen.

Wer sein Handy möglichst lange und damit nachhaltiger nutzen möchte, kann sich an einige einfache Tipps halten:

1. Auf Updates achten 
Bekommt ein Gerät lange Updates, kann es viele Jahre im Einsatz bleiben – denn aktuelle Software ist sicherer und Apps laufen mit ihr länger und sauberer. Vor dem Kauf eines Geräts lässt sich recherchieren, wie lange der Hersteller Updates verspricht.
Beim iPhone ist es übersichtlich: Hier sichert Apple Updates für mindestens fünf Jahre zu. So erschien das iPhone 8 im Jahr 2017 mit der Betriebssystemversion iOS 11. Es hat im vergangenen Herbst trotzdem das Update auf iOS 16 bekomme und ist damit genau so fit wie nagelneue iPhones.
Bei Android ist es komplizierter: Hier muss für jedes Modell einzeln geschaut werden, ob der Hersteller zu Updates konkrete Angaben macht. Dazu am besten das Gerätemodell und „Updates“ in eine Suchmaschine eingeben und bei Technikmedien nachlesen.
Immerhin: Einige Hersteller reagieren auf die Update-Misere, indem sie Geräte mit „Android One“, einer etwas schmaleren Systemvariante, verkaufen. Diese bekommt länger und verlässlicher Updates.

2. Reparierbarkeit prüfen 
Während Apple in Sachen Updates ein Vorbild ist, ist die Reparierbarkeit hier leider unterirdisch schlecht. iPhones auszubessern ist schwierig, teuer und lohnt sich oft nicht. Apple, Samsung und andere Hersteller haben inzwischen aber angekündigt, Teile und Werkzeug künftig verlässlicher zur Verfügung zu stellen, sodass professionelle Reparaturbetriebe besser arbeiten können. Bevor das Handy in der Tonne landet (oder anders entsorgt wird, mehr dazu im vierten Tipp), lohnt es sich also, es zum Handyladen an der Ecke zu bringen und zumindest nachzufragen, ob noch was zu retten ist.

3. Generalüberholte Geräte kaufen
Damit man später keine böse Überraschungen erlebt, sollte man gebrauchte Geräte immer nur unter sicheren Bedingungen kaufen. Bei einem Kauf von einer Privatperson sollte das Gerät noch Garantie haben und der Garantieschein vorliegen. Große Auswahl bieten darüber hinaus Online-Versandhändler wie Asgoodasnew, Backmarket, Rebuy oder Refurbed. Sie überprüfen gebrauchte Geräte vor dem Weiterverkauf auf Herz und Nieren und geben darauf in der Regel auch Garantie – Asgoodasnew beispielsweise 30 Monate.

4. Altes Gerät spenden 
Statt das alte Smartphone in den Sondermüll zu werfen, kann man es spenden. Der Naturschutzbund (NABU) verwendet etwa alte Geräte für ungewöhnliche Zwecke. Beispielsweise stellt er alte Handys im Regenwald auf, um so Umgebungsgeräusche abzuhören und Holzdiebe zu ertappen.

Wie man sein Handy dem NABU spendet, steht hier.

Ähnliche Angebote machen das Sammelprojekt handysfuerdieumwelt.de und die Telekom unter handysammelcenter.de

Quellen und Links:

https://www.zeit.de/news/2022-02/09/studie-nutzer-wechseln-smartphones-zunehmend-spaeter-aus

https://de.statista.com/themen/6137/smartphone-nutzung-in-deutschland/

https://de.wikipedia.org/wiki/Android_One

Warum im Amazonas-Urwald jetzt Handys hängen

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 22. Februar 2023