Was, wenn wir Alter als Chance betrachten? Am 01.10.2026, dem Weltaltentag der älteren Menschen, stellen die Vereinigten Nationen seit den 90ern ältere Menschen in den Mittelpunkt und fördern somit eine positive Haltung gegenüber dem Alter. Gemeinsam machen Institutionen, Vereine, Kommunen und Städte, sowie Seniorenorganisationen auf die Lebenssituation älterer Menschen aufmerksam und würdigen ihre wichtige Rolle in der Gesellschaft.
Demografischer Wandel und das Älterwerden in Deutschland
Unserer Gesellschaft wird immer älter. Im Jahr 2025 lebten 19,3 Millionen Menschen in Deutschland, die älter als 65 Jahre waren. Die durchschnittliche Lebenserwartung wird in Zukunft auch weiter steigen, sagen Forschende. Dafür sorgen verbesserte Lebensumstände, rückläufige Raucherquoten und Alkoholkonsum sowie weitere Verbesserungen in der medizinischen Versorgung. Der „Glücksforscher“ Prof. Dr. Tobias Esch sagt, dass ältere Menschen trotz körperlicher Beschwerden und chronischer Krankheiten in der Regel glücklicher und zufriedener sind als Jugendliche oder junge Erwachsene. Die Gesundheitspsychologin Prof. Dr. Verena Klusmann spricht davon, dass Selbstwirksamkeit im Alter die Lebensdauer verlängern kann. Das bedeutet, wer darauf vertraut, Herausforderungen aufgrund der eigenen Kompetenz bewältigen zu können, hat die Chance älter zu werden. Das klingt doch fantastisch oder? Wäre das Thema Altersdiskrimineriung nicht.
Altersdiskriminierung, in der Forschung auch Ageism (engl.) genannt
Gleichzeitig ist das Thema Altersdiskriminierung in unserer Gesellschaft ein großes Thema. Jede dritte Person über 65 Jahren hat Altersdiskrimineriung erlebt. Ältere Menschen werden oft als unproduktiv, schwach und hilfsbedürftig wahrgenommen. Diese Vorurteile führen dazu, dass sie negativ behandelt. So passiert es älteren Menschen bei einer medizinischen Behandlung statistisch gesehen häufiger, dass sie nicht ausreichend ernst genommen werden. Schuld daran sind wie bei jeder Form der Diskriminierung vor allem Vorurteile, Stereotypen, Generalisierungen und vorherrschende negative Altersbilder.
Was heißt das für uns?
Im Deutschen Grundgesetz steht: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit (soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt).“
Deshalb ist es wichtig Vorurteilen und Stereotypen entgegen zu wirken.
Die Generationen der Menschen 60 plus kann man nicht in eine Schublade stecken. Denn manche Menschen leben in Wohneinrichtungen, andere leben wiederum Zuhause und versorgen sich selbst. Manche leben in Partnerschaften oder Gemeinschaften, andere leben allein. 31,2% der Menschen 66 plus haben ein Ehrenamt (Stand 2024). Mehr als 1,3 Millionen Rentner arbeiten zusätzlich (Stand 2022). Großeltern übernehmen Betreuung von Enkelkindern. Viele Menschen diese Generationen pflegen Kontakte innerhalb ihrer Gemeine, Kommune oder Stadt beispielsweise in einem Verein. Viele Menschen dieser Generationen pflegen ältere Angehörige. Diese Bevölkerungsgruppe ist, wie jede andere auch, ein wichtiger Teil unsere Gesellschaft.
Internationaler Tag der älteren Menschen
Jedes Jahr am 1. Oktober wird weltweit der Internationale Tag der älteren Menschen begangen. Der 1990 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene Aktionstag soll für die Lebenssituation älterer Menschen sensibleren. Dabei steht nicht nur die Unterstützung älterer Menschen im Mittelpunkt, sondern auch die Anerkennung ihrer Erfahrungen, ihres Wissens und ihres Engagements für die Gesellschaft.
Die Aktion der „JA zum Altern“ der Bagso ruft in diesem Jahr wieder Mitmachen unter dem Motto „JA zum Alter“ ein.
Hier geht es zur Aktionswebsite der Bagso: Aktion JA zum Alter
Hier finden Sie die Aktionsmaterialien zum Ausdrucken: Aktionsmaterialien JA zum Alter
Quellen und weiterführende Links
Aktion JA zum Alter
United Nations International Day of Older Persons – UNIDOP
Das „Zufriedenheitsparadox“: Warum ältere Menschen trotz gesundheitlicher Beschwerden in der Regel am glücklichsten sind – Universität Witten/Herdecke
Demografischer Wandel in Deutschland: Ursachen und Folgen – Statistisches Bundesamt
Künftige Bevölkerungsentwicklung in Deutschland – Statistisches Bundesamt
Ehrenamtliches Engagement ist eng verknüpft mit dem Gefühl, sozial eingebunden zu sein: Deutsches Zentrum für Altersfragen
Mehr als 1,3 Millionen Rentner arbeiten zusätzlich | tagesschau.de
Grundgesetz – Deutscher Bundestag
Altersdiskriminierung Erkennen, Verstehen, Begegnen
Antidiskriminierungsstelle – Alter
Bildnachweis: Bagso







