Rückgabe leicht gemacht

Welches Recht gilt beim Online-Einkauf?

Kauft man bei einem Versandhandel eine Ware, schließt man einen sogenannten Fernabsatzvertrag ab. Fernabsatzverträge sind Verträge, die beispielsweise im Internet, am Telefon oder auch per Fax abgeschlossen werden. Für derartige Verträge sieht das Gesetz vor, dass man ein Widerrufsrecht hat. Über dieses Widerrufsrecht muss der Onlinehändler die Käuferin oder den Käufer vor der Durchführung der Bestellung informieren. Dies kann durch eine entsprechende Information in Bezug auf die Widerrufsmöglichkeit auf der Internetseite oder beispielsweise auch per Mail, Brief oder Fax geschehen.

Welche Fristen gilt es zu beachten?

Kann der Vertrag widerrufen werden, dann bedeutet dies, dass man sich innerhalb einer Frist von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen von dem abgeschlossenen Vertrag wieder lösen kann. Diese Widerrufsfrist startet, sobald die Käuferin oder der Käufer die bestellte Ware vollständig erhalten hat. Dies gilt auch, wenn die Bestellung von einer anderen Person, die als Empfänger bei der Bestellung angegeben wurde, entgegengenommen wird. Die Frist beginnt aber gar nicht erst zu laufen, wenn über die Möglichkeit der Ausübung eines Widerrufs gar nicht informiert wurde. Hier verlängert sich das Widerrufsrecht, die Frist erlischt erst 12 Monate und 14 Tage nachdem man die Ware erhalten hat.

Wie übt man den Widerruf aus?

Will man den Widerruf ausüben, muss dieser gegenüber dem Vertragspartner eindeutig und ausdrücklich erklärt werden. Der Widerruf kann also nicht durch eine kommentarlose Rücksendung der Ware ausgeübt werden. Grundsätzlich muss der Onlinehändler ein Muster für die Erklärung des Widerrufs zur Verfügung stellen, das dann ausgefüllt an ihn zurückgeschickt werden kann. Ein solches Musterformular kann, muss aber nicht für die Ausübung des Widerrufs benutzt werden. Die gesetzliche Regelung sieht zwar vor, dass der Widerruf auch telefonisch erfolgen kann, davon ist jedoch abzuraten, da im Streitfall der entsprechende Nachweis für die Ausübung des Widerrufs fehlt. Der Widerruf sollte daher entweder auf dem Postweg oder per Fax erfolgen, damit man einen entsprechenden Nachweis für die Absendung hat. Denn die Widerrufsfrist ist gewahrt, wenn die rechtzeitige Absendung des Widerrufs innerhalb von 14 Tage nachgewiesen werden kann.

Man sieht einen Rücksendeschein auf einem Paket.Wurde der Onlinekauf widerrufen, dann muss der Vertrag auch innerhalb von 14 Tagen rückabgewickelt werden. Dies bedeutet, dass die gekaufte Ware innerhalb dieser Zeit auch an den Händler zurückgeschickt werden muss und dieser den Kaufpreis zurückerstatten muss. Mit der Rückzahlung des Kaufpreises kann der Händler aber so lange warten, bis die Ware bei ihm eingegangen ist. Bei einem Widerruf müssen auch die bezahlten Versandkosten zurückerstattet werden. Ausnahme: Bei der Bestellung wurde eine andere als die Standardversandart ausgewählt.

Wird der Vertrag widerrufen, muss die Kundin oder der Kunde die Kosten für die Rücksendung bezahlen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass vor Vertragsschluss über diese Tatsache klar und verständlich informiert wurde. Einige Händler übernehmen freiwillig auch die Kosten für die Rücksendung.

Tipp:

  • Das Widerrufsrecht besteht nur bei Verträgen die auf eine bestimmte Art und Weise – wie beispielsweise online – abgeschlossen wurden!
  • Der Widerruf muss immer ausdrücklich erklärt werden!
  • Um einen Nachweis für den Widerruf zu haben, empfiehlt es sich diesen mit Einschreiben zu schicken!
  • Allein die Rücksendung der Ware reicht nicht aus!
  • Die Kosten für die Rücksendung der Ware im Rahmen eines Widerrufs trägt grundsätzlich die Käuferin oder der Käufer!

Wichtiger Unterschied:

Ein Widerrufsrecht besteht nicht bei Waren, die in einem stationären Ladengeschäft gekauft werden. Hier kann man sich nicht innerhalb von 14 Tagen wieder vom Vertrag lösen und einfach ohne Grund oder Mangel die Ware zurückgeben. Zwar bieten einige stationäre Händler eine Warenrückgabe oder einen Umtausch an, dies geschieht aber aus reiner Kulanz.

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 7. Januar 2019

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