Mediatheken im Internet

Fernsehsendungen von A-Z als Onlineangebote

Kollage mit Fernseher, Laptop und Smartphone, auf denen Mediatheken angesehen werden.

Es war ein langer Weg von reinen text-basierten Web-Seiten (Anfang der 1990er Jahre) hin zu großen Videoportalen, die man heute im Internet finden kann. Das liegt an der Übertragungsgeschwindigkeit, mit der heute Daten abrufbar sind. Mittlerweile sind Videos aus den Online-Angeboten vieler Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Einen besonderen Stellenwert haben die Mediatheken der Rundfunkanbieter, die man aus Radio und Fernsehen bereits kennt.

Wie und wo findet man Mediatheken?

Die meisten Sendungen und Beiträge, die im Fernsehen zu sehen sind, kann man auch im Internet auf Abruf (on demand) ansehen und das immer häufiger auch vor der Fernsehausstrahlung (online first). Auch das aktuelle Fernseh- und Radioprogramm ist in den Mediatheken mittels TV-Livestream bzw. Webradio zu empfangen.

Der Zugang ist bei den großen TV-Sendern ganz leicht. Alle Anbieter führen ihre Video- und Audio on-Demand-Angebote in der Navigation ihrer Startseite (z.B. DasErste.de, SWR.de, ZDF.de) unter dem Menüpunkt „Mediathek“ (z.B. ARD, ZDF, Dritte Programme) oder Videos (z.B. RTL) auf.

Mediathek-Apps auf Smartphone, auf die ein Finger tippt.Doch nicht nur auf dem Computer, auch auf Tablets oder dem Smartphone sind Mediatheken abrufbar. Die meisten Anbieter haben speziell für die Ausspielung ihrer Mediathek auf diesen Endgeräten sogenannte Apps (kleine Programme) entwickelt. Aber auch die PC-Variante ist auf dem Smartphone oder Tablet nutzbar.

Der Fernseher selbst hat sich zum Smart TV weiterentwickelt und ist heute ebenfalls mit dem Internet verbunden. TV-Geräte, die den Standard HbbTV integriert haben (derzeit ca. 15 Mio. verkaufte Endgeräte), können somit auch Mediatheken der TV-Sender aufrufen. Das geht so einfach wie Videotext lesen (http://www.ard-digital.de/hbbtv).

Die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten unterscheiden sich dabei vom Angebot der Privatsender: Alle Angebote von ARD und ZDF sind im Internet kosten- und werbefrei, da sie über den Rundfunkbeitrag bereits bezahlt wurden. Die Videos der privaten Anbieter werden durch Werbeeinblendungen oder Bezahlmodelle zugänglich gemacht.

Welche Inhalte finden sich auf Mediatheken?

Sicherlich wäre es wünschenswert, könnten TV-Sender ihr gesamtes Programm auch in Mediatheken einstellen. Dem stehen aber rechtliche Gründe entgegen, die ein vollumfassendes Angebot nicht möglich machen. Gerade im Bereich Sport ist die Rechtelage mannigfaltig. Politik-Magazine wie „Report Mainz“, Regional-Programme wie die „Landesschau“ im SWR, kurzum Eigenproduktionen der Sender, sind hingegen vollumfänglich abrufbar. Aber auch Spielfilme und Dokumentationen, Unterhaltung, Ratgeber- und Kultursendungen stehen online auf Abruf bereit.

Wie werden Mediatheken gepflegt?

Mediatheken sind neben der aktuellen Berichterstattung und Programmaktionen ein wesentlicher Bestandteil der Online-Angebote der Rundfunkanstalten. Die Audios und Videos werden täglich für die Webseiten der Sender produziert. Sendungsbezogene Videos werden dem TV-Kalender zugeordnet und sind dann über den Menüpunkt „Sendung verpasst“ abrufbar. Redaktionell werden die Clips in vielen Fällen thematisch zugeordnet. Darüber hinaus werden auch Inhalte produziert, die ausschließlich im Internet abrufbar sind (online only). Das können Live-Events sein, aber auch Hintergrundstücke wie Experten-Interviews in voller Länge.

Welche Inhalte gibt es und wie lange gibt es sie?

Ob ein Video online angeboten wird, ist in der Regel eine Entscheidung der Redaktion. Dort werden die Filme produziert und verantwortet. Hier werden auch die Rechte am Filmmaterial geklärt, beispielsweise die Länge der Online-Nutzung.

Anders sieht es bei TV-Übernahmen (Produktionen eines anderen Senders) im eigenen Programm aus. Dieses Fremdmaterial bedarf der rechtlichen Einzelfallentscheidung.

Wie lange sind Videos online abrufbar?

In der Regel sind Videos in Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Anstalten mindestens für sieben Tage nach TV-Ausstrahlung im Internet zugänglich. Viele kalendarische Videolisten („Sendung verpasst“) sind auf eine Woche ausgelegt. Über den Menüpunkt „Sendung A-Z“ findet man aber auch Videos mit deutlich längerer Verweildauer.

Mediathek, die auf Laptop angesehen wird.Was ist ein Clip?

Im Internet kursieren unterschiedlichste Begriffe, mit denen ein Filmbeitrag gemeint ist. Als Oberbegriff für ein Video oder Audio hat sich die Bezeichnung Clip etabliert. Dieser wird unabhängig davon verwendet, ob es sich um eine ganze Sendung oder Folge handelt. Gesamtsendungen sind oft nicht als solche gekennzeichnet. Sie sind dann nur an der Dauer des Videos erkennbar. Viele Magazinsendungen stellen sowohl ihre Einzelbeiträge als auch die Gesamtsendung online. Aus rechtlichen Gründen ist dies aber nicht immer möglich, da auch Teile einer Sendung für eine Onlineausspielung nicht zugelassen sein können.

Wie finde ich die komplette Sendung?

Den einfachsten Weg eine Gesamtsendung zu finden, gibt es also nicht. Über den Menüpunkt „Sendung verpasst“ kann die Nutzerin oder der Nutzer den Zugang über das Sendedatum wählen oder man wählt den Einstieg über den Menüpunkt „Sendung A-Z“. Dort angekommen, ist der Titel des Einzel-Clips oder die Dauer des Videos ein entscheidender Hinweis. Ob eine Sendung dann in der gesamten Länge vorliegt oder nicht – das kann viele Gründe haben…

 

Bildquelle für alle Bilder dieses Artikels: SWR/Thinkstock

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 1. April 2015

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