Ist der Wechsel des Betriebssystems notwendig?

Ein Upgrade ist da – Windows 10

Ein Zahnrad mit grünem Pfeil und das Wort "Upgrade" sind zu sehen.

Das Betriebssystem Windows 10 ist auf dem Markt. Doch was ist bei einer Umstellung zu beachten und was verändert sich im Vergleich zu den Vorgängern? Julian Graf, Jurist der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, hat Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Windows-Umstellung.

Der Wechsel zu Windows 10 ist als ein Upgrade möglich. Was bedeutet Upgrade?

Mit einem Upgrade wird ein Betriebssystem von einer Version auf eine andere aktualisiert, also zum Beispiel von Windows 8 auf Windows 10. Es findet dabei keine Neuinstallation statt. Alle personifizierten Einstellungen und Programme bleiben erhalten.

Welche neuen Möglichkeiten bietet Windows 10? Und wo sind die Unterschiede zu Windows 7 oder 8?

Auf Windows 10 gibt es neu den proaktiven Sprachassistenten Cortana. Dieser funktioniert wie eine Suchmaschine und wird per Sprachsteuerung bedient. Des Weiteren kann er z.B. helfen, Termine zu koordinieren oder im PC beispielsweise Dateien zu suchen.
Der Standard-Internetbrowser, der früher als InternetExplorer bekannt war, läuft nun unter dem Namen Edge. Er ist schneller und entschlackter als früher. Er verfügt über ein modernes, übersichtliches Design und wirkt insgesamt deutlich aufgeräumter.
Zusätzlich ist der „alte“ InternetExplorer jedoch ebenfalls noch vorhanden.

In der so genannten Mitteilungszentrale werden alle Informationen, die das Betriebssystem an die Benutzerin oder den Benutzer gibt, aufgelistet, so z.B. Informationen über angeschlossene USB-Speicher, durchgeführte Updates, Meldungen einzelner Programme, Hinweise über niedrigen Speicher- oder Akkustand. Zusätzlich beinhaltet die Meldezentrale sogenannte „Schnelloptionen“ in denen man z.B. mit einem Mausklick das WLAN aktivieren oder deaktivieren kann.
Virtuelle Desktops ermöglichen der Nutzerin und dem Nutzer mehrere Desktops, also die zentrale Benutzeroberfläche, die unmittelbar nach dem Hochfahren erscheint, nebeneinander zu gebrauchen. Auf jedem Desktop lässt sich so zum Beispiel ein anderes Programm öffnen. Somit wird die Oberfläche übersichtlicher.

 

Seit der Einführung von Windows 8 werden Programme nicht mehr als Programme, sondern als Apps bezeichnet. Dies ist etwas verwirrend, weil es auch sogenannte Apps gibt, die keine klassischen Programme mehr sind, sondern Anwendungen, die über den Windows Store heruntergeladen werden bzw. standardmäßig installiert sind, wie z.B. die E-Mail- oder Kontakte-App. Diese Apps sind einfacher und übersichtlicher zu bedienen und werden sich in der Form auch in der mobilen Form von Windows 10 finden, z.B. auf Tablets oder Smartphones. Windows 8 ließ das Startmenü vermissen, doch bei Windows 10 taucht es wieder auf.

Welche Schwierigkeiten können bei der Umstellung auf Windows 10 auftreten?

 

Zwei Funktionen gibt es bei Windows 10 nicht mehr: das Mediacenter (hier konnten Multimediainhalte verwaltet werden) und die Widgets, die von Windows 7 bekannt sind. Widgets sind kleine grafische Anwendungen, die fest auf dem Desktop platziert waren und dazu dienten, schnelle Informationen auf einen Blick zu verschaffen, z.B. eine Uhr oder eine Leistungsanzeige. Die Funktionen der Widgets wurden insbesondere durch die Apps im Startmenü ersetzt.

Wann lohnt sich der Umstieg?

Das System ist sehr stabil. Für alle Windows 8 Nutzerinnen und Nutzer lohnt sich der Umstieg, da es gleichsam eine bessere Windows 8 Version ist. Windows 7 Nutzerinnen und Nutzer müssen nicht unbedingt sofort auf Windows 10 umsteigen, wenn sie mit den bisherigen Funktionen ihres Betriebssystems gut zurechtkommen und an Neuerungen nicht interessiert sind. Trotz allem ist eine Umstellung immer mit Risiken verbunden. Daher sollten die Daten, wie z. B. Text-Dateien, Bilder und Videos, bei einem Umstieg grundsätzlich vorher gesichert werden.

Gibt es datenschutzrechtliche Bedenken bei Windows 10?

Die Internetanbindung von Windows 10 ist größer, vor allem im Vergleich zu Windows 7. Daten werden zum Beispiel über die Cloud synchronisiert, wenn das Microsoft-Konto genutzt wird. Ebenso läuft der Sprachassistent Cortana nur über eine bestehende Internetverbindung. Die Daten werden somit mit Microsoft ausgetauscht.

Wichtig ist, dass die Express-Einstellungen bei der Installation des Upgrades auf Windows 10 nicht nur überflogen werden:

 

Alle Dateien, die auf dem Rechner vorhanden sind, sind auch nach dem Wechsel auf Windows 10 noch vorhanden. Wird ein Microsoft-Konto angelegt, können von der Nutzerin oder vom Nutzer ausgewählte Dateien mit der Cloud synchronisiert werden, was insbesondere bei der Benutzung mehrere Geräte interessant sein kann, um Daten und Einstellungen auf allen Geräten auf dem gleichen Stand zu haben. Darüber hinaus erfordert derzeit der Dienst „Cortana“ ebenfalls noch ein solches Konto, um genutzt werden zu können. Die Daten werden dann an Microsoft geschickt und auf Servern gesichert. Clouddienste müssen aber nicht genutzt werden. Die Standardeinstellungen sehen jedoch diesen größeren Datenaustausch durch die Cloud vor, deswegen sollte dies, wenn es nicht erwünscht ist, umgestellt werden.

Welchen Rat kann man ganz konkret bezüglich der Windows-10-Umstellung geben?

Das Betriebssystem von Windows 10 ist stabil und wurde im Gegensatz zu Windows 8 deutlich verbessert. In dieser Hinsicht gibt es keine Bedenken. Trotzdem sollte sich jede Nutzerin und jeder Nutzer mit der höheren Datenschutzintensität auseinandersetzen, denn Windows 10 fragt verschiedenste Nutzerdaten ab und verwendet diese. Daher sollten die Datenschutzeinstellungen entsprechend eingerichtet und nur die Apps und Dienste genutzt werden, die wirklich in Gebrauch sind.

Ergänzung der Silver-Tipps-Redaktion

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg geht seit Ende 2015 im Zusammenhang mit dem Zwangsdownload von Windows 10 gegen Microsoft vor. Auch Heise online berichtet von den Problemen mit Windows 10.

 

Dieser Artikel gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Datum: 14. Oktober 2015

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